23.10.2017, 16:14 Uhr

Radetzky-Kaserne: Saniert wird erst 2018

Zum Schutz der Passanten wurden an der Gablenzgasse Gerüste errichtet. 2018 soll die Fassade erneuert werden.

Die Radetzky-Kaserne ist baufällig und wird bis Herbst 2018 saniert. Die Gerüste dafür stehen schon.

OTTAKRING. Als im Sommer die Baugerüste aufgestellt wurden, regte sich im Grätzel bei der Schmelz Hoffnung für die im Frühjahr versprochene Sanierung der Radetzky-Kaserne. Leider ist es bis jetzt dabei geblieben: Der weithin sichtbare Schriftzug "Radetzky Kaerne" wartet noch immer auf die Rückkehr des "S".

Seit Ende des 19. Jahrhunderts steht die Radetzky-Kaserne schon am Rande der Schmelz. Seit 1980 ist hier das Militärkommando Wien des Bundesheeres untergebracht. Entsprechend repräsentativ sieht das Gebäude auch aus.

Derzeit bestimmen aber die bereits erwähnten Baugerüste das Bild. Deren Aufbau war nötig, weil das Bundesheer "Gefahr im Verzug" meldete. "Es fallen Mauerteile herunter. Diese könnten Passanten verletzen", sagt Bundesheer-Sprecher Hauptmann Norbert Lick. "Das Gerüst soll später für Bauarbeiten verwendet werden. Jetzt dient es dem Schutz der Passanten." Insgesamt investiert das Bundesheer 20 Millionen Euro in Baumaßnahmen, allein 400.000 Euro sollen für die Instandhaltung und Sanierung der vier Wiener Bundesheer-Standorte ausgegeben werden.

Ausschreibung läuft

Bis die Sanierung der Außenfassade beginnen kann, wird es noch eine Weile dauern. "Für das Bauvorhaben haben wir ein Ausschreibungsverfahren gestartet", sagt Lick. "Im Frühjahr 2018 soll die Sanierung losgehen. Im Herbst 2018 ist hoffentlich alles an der Fassade fertig."
Einiges ist bereits passiert, jedoch sind die geleisteten Maßnahmen nicht unbedingt von außen sichtbar. "Wir haben bei den Zugängen zum Gebäude im Inneren der Kaserne neue Schutzdächer gebaut", so Norbert Lick. "Jetzt können die Bediensteten gefahrlos zu ihren Arbeitsplätzen gelangen."

Bewegte Geschichte

Die Radetzky-Kaserne ist nicht nur für Militärhistoriker ein wichtiges Gebäude. Nach dem Ersten Weltkrieg waren hier obdachlose Familien untergebracht. Das war damals eine Notmaßnahme der Stadt Wien. Auch die Nazi-Diktatur und die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gingen an der Kaserne nicht spurlos vorüber. 1938 rückte die Deutsche Wehrmacht hier ein. Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches folgte 1945 die Rote Armee. Am 1. September 1945 übernahmen französische Truppen das Kommando.
Im Jahr 2005 war eigentlich ein Abriss der Radetzky-Kaserne bereits beschlossene Sache. Dieses Schicksal hätte sie mit anderen Militäreinrichtungen im Wiener Westen geteilt. So wurden Teile der General-Körner-Kaserne entlang der Hütteldorfer Straße verkauft, um Platz für Wohnungen zu schaffen. Teile der Biedermann-Huth-Raschke-Kaserne wurden 2013 verkauft. Dort entsteht nun die AHS Wien West.
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