22.10.2014, 00:00 Uhr

Dellago – frische Ideen am Yppenplatz

Inahberin Eva Dellago in ihrem Lokal am Yppenplatz.

Gemütliche Atmosphäre, eine ausgewählte Speisekarte und Kunst an den Wänden sind nicht die einzigen Vorzüge des Dellago, auch der soziale Gedanke spielt eine Rolle.

OTTAKRING. Direkt am Eck des Yppenplatzes, in der Payergasse 10 findet sich seit ungefähr dreieinhalb Jahren das Dellago. Es ist, abgesehen von ihren beiden Kindern der große Stolz von Inhaberin Eva Dellago. Aus Südtirol stammend, wollte sie gewisse Gepflogenheiten der nahen italienischen Gastronomiekultur auch in Österreich publik machen und einen sozialen Aspekt in das Konzept einbringen. Deshalb kann im Dellago ein Caffè Sospeso bestellt werden. Das bedeutet, man trinkt einen Kaffee, zahlt aber zwei. Dieser Zweite Kaffee wird an der Bar vermerkt und wenn jemand gerade knapp bei Kasse ist oder sich die Vergesslichkeit auf das fehlende Portemonnaie ausgewirkt hat, dann kann ein solcher Caffè Sospeso bestellt werden, der eben nicht mehr bezahlt werden muss. Dabei werden keinerlei Fragen gestellt. Ist diese Gepflogenheit in der italienischen Gastronomie völlig normal und üblich, muss man sich in Wien erst ein wenig daran gewöhnen, wie auch Eva Dellago erfahren hat.

Die Scheu vor dem Unbekannten

„Die Möglichkeit des Sospeso wird sehr gut genutzt, jedoch haben wir noch ein Ungleichgewicht da noch immer mehr Caffè Sospeso bezahlt werden, als sie in Anspruch genommen werden. Ich glaube in Österreich ist es vielen Leuten peinlich, zuzugeben, dass sie gerade nicht so viel Geld zur Verfügung haben. Dabei sind wir hier völlig urteilsfrei, es werden keine Fragen gestellt und das Angebot des Sospeso gilt nicht nur für den Kaffee, sondern auch für Tee, Cola und Apfelsaft“, erklärt Eva Dellago und hofft, dass sich das Modell, welches auch im Tachles im zweiten Bezirk praktiziert wird, weiter herumspricht und besser genutzt wird. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit am Konzept des Dellago.

Kunst, Kultur und Kinder

Auch die Kunst kommt nicht zu kurz und so können Künstler hier auch ihre Werke ausstellen, wobei sie vom Dellago dabei mit der Produktion von Flyern unterstützt werden. „Mittlerweile kommen die Künstler selbst auf mich zu und fragen an, ob sie hier ihre Werke ausstellen können. Ich mag es einfach, wenn das Lokal immer wieder durch neue Kunstwerke bereichert wird, und bei der Vernissage lassen wir auch ein paar Flaschen Prosecco springen“, erklärt die Chefin lachend. Wer gemütlich im Gastgarten ein Buch genießen will ist hier ebenfalls richtig und muss nicht einmal selber eines mitbringen, gibt es doch das Libri Liberi, einen offenen Bücherschrank in den jeder Bücher einbringen als auch entnehmen kann. Für die Kleinen und deren Elternschaft gibt es abgesehen vom großen Spielzeugkoffer auch immer wieder Kleidertauschpartys bei welchen Kinderkleidung die zu klein, zu groß oder einfach nicht mehr dem Geschmack entsprechend ist, getauscht wird. Ein Besuch zahlt sich also aus, egal ob auf einen Gratis-Kaffee, eine Lesestunde mit Cocktail oder um den zu kleinen Strampelanzug los zu werden.

Mehr Infos auf: www.dellago.at
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