Damals im Gänsehäufel: Trink Kakao, Kasperl, Wellenbad

Daniela Steinbach mit ihrer hübschen Mama.

Der heurige Sommer ist beinahe zu Ende und ich war wieder nicht im Gänsehäufel. So wie in den vergangenen Jahren auch nicht. Nun das liegt daran, dass wir ein Sommerhaus an der Donau haben und Oma und Opa einen Garten in Hütteldorf. Doch damals, in den siebziger Jahren waren meine Eltern stolze Saisonkabinen-Besitzer im Strandbad Gänsehäufel. Für meine Mutter und mich, die an Wochentagen vormittags mit den Öffis anreisten, war der Weg buchstäblich eine Weltreise! Die U-Bahn war in Wien noch nicht unterwegs und so sind wir sicherlich über eineinhalb Stunden mit der Bim gezuckelt. Der lange Weg hat sich aber immer gelohnt, denn dort hat mich das Kinderparadies erwartet!

Unser Stammliegeplatz war in der Nähe des Familienbeckens. Ich weiß noch, es hat (vermutlich) alle Stunden dreimal gegongt (wobei es eigentlich kein Gong war, mehr eine Art kurzes Dröhnen) und da haben wir Kinder gewusst: Jetzt gibt’s gleich das großartige Wellenbad! Was für ein Spaß! Meine Mutter, damals noch mit Rüschenbadehaube am Kopf, hat mich festgehalten, damit ich nicht untergehe und alle im Becken haben vor Freude gekreischt! Danach haben wir eine „Brause“ heimgesucht, um das Chlor abzuspülen. In Tupperdosen hatten wir Essbares mit dabei und ab und zu gab es auch mal Pommes oder ein Langos vom Buffet. Köstlich war auch der Trinkkakao in der dreieckigen Packung, den haben wir bei einer Art Trinkhalle geholt. Die Verkäuferin war weißblond, braungebrannt und trug einen weißen, ärmellosen Arbeitsmantel. Interessant welch unwichtige Details sich im Gedächtnis einprägen.

Aber wir waren nicht nur im Umkreisradius vom Wellenbad anzutreffen. Wenn es klingelte und das kleine Kasperltheater bereit war für eine Darbietung, sind wir dorthin gepilgert. Dann gab es auch einen Spielplatz mit Klettergerüsten, darunter überall weicher Sand, damit man im Fall des Falles weich fiel. Manchmal sind wir auch zur alten Donau spaziert, wo am Strand der große Nivea-Ballon imposant in die Höhe ragte. Und wie man mir berichtet, tut er das auch heute noch. Die Sommer damals kann ich beinahe noch riechen! Da waren die vielen Pappeln, das Gras, der Duft von Sonnencreme, der Geruch in der kleinen, engen Saisonkabine, wo ein Gemisch aus Mamas Parfum und Luftmatratze in der Luft hing. Eigentlich schade, dass ich schon so lange nicht mehr da war. Aber vielleicht in der nächsten Sommersaison!

Autor:

Daniela Steinbach aus Penzing

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