Rapid Kessel
So lautet das Urteil im Prozess von Rapid-Fans gegen die Polizei

1.300 Rapidfans mussten über acht Stunden in klirrender Kälte ausharren. Das war laut Verwaltungsgericht zu lang.
  • 1.300 Rapidfans mussten über acht Stunden in klirrender Kälte ausharren. Das war laut Verwaltungsgericht zu lang.
  • Foto: Rechtshilfe Rapid
  • hochgeladen von Christian Bunke

Über acht Stunden wurden 1.300 Rapid-Fans am 16. Dezember 2018 eingekesselt. 28 von ihnen haben dagegen eine Maßnahmenbeschwerde eingelegt. Heute wurde das Urteil in der Angelegenheit gefällt.

PENZING/FAVORITEN.  In 35 von 47 Beschwerdepunkten wurde den Fans recht gegeben. Allerdings war der Richter sichtlich bemüht, den Polizeieinsatz insgesamt zu legitimieren. So war sein Hauptkritikpunkt, dass die Identitätsfeststellung zu lange gedauert habe und die anschließende Wegweisung der Fans nicht rechtmäßig gewesen sei.

Ansonsten teilte Richter Helm die Sichtweise der Polizei. Zwar habe diese kein Videomaterial darüber vorlegen können, dass pyrotechnische Gegenstände auf die Südosttangente geworfen wurden. Es habe aber Polizisten gegeben, denen dies von Kollegen berichtet worden sei. Dies ließ Richter Helm als ausreichenden Beweis gelten.

Kritik an "einseitiger Beweisführung"

Insgesamt beurteilt Helm den Fanmarsch zum Stadion als "unangemeldete Versammlung mit gemeinsamen Wirken der Fans", in deren Verlauf es zu zahlreichen Übertretungen gekommen sei. Unter Passanten habe die Angst bestanden, dass "der Mob die Straße beherrscht". Der Kessel sei insgesamt angemessen gewesen, weil andere Handlungsmethoden der Polizei zu "massiver Gewalt mit zahlreichen Verletzten" geführt hätten.

Die Rechtshilfe Rapid, welche auf Seiten der Fans den Prozess begleitet hat, spricht in einer ersten Stellungnahme von "unheimlich einseitiger Beweisführung". Die Polizei habe für ihre Behauptungen keine Beweise vorlegen können, Zeugen der Polizei hätten sich teilweise in Widersprüche verwickelt. Tatsächlich konnte die Polizei während des gesamten Verfahrens weder aussagekräftige Videos noch Tondokumente liefern. Funkprotokolle waren bereits vor dem Prozess gelöscht worden.

Aggressive Fans

Richter Helm übernahm in seiner Urteilsbegründung die Darstellung der Polizei, wonach es von den Fans ein durchgängig aggressives Verhalten gegeben habe und außerdem die Mitwirkung an der Identitätsfeststellung verweigert worden sei.

Demgegenüber zeigten die Anwälte der Beschwerdeführer in den Minuten vor der Urteilsverkündung ein kurzes Video auf dem Fans mit Megafon zu sehen sind, wie sie die übrigen Rapid-Fans zur Besonnenheit aufrufen. Die Polizei habe während des gesamten Einsatzes Falschmeldungen verbreitet, um ein falsches Bild von Fußballfans zu zeichnen, so die Rechtshilfe Rapid.

Autor:

Christian Bunke aus Wieden

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