Soros-Uni fix: Welche Zukunft droht dem Otto-Wagner Areal?

Fehlendes Gesamtkonzept für das Otto-Wagner Spital: Gebäude verfallen oder sollen nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
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PENZING. Otto Wagner hätte sich vermutlich an seinem 100. Todestag am 11. April im Grab umgedreht. Denn für das nach ihm benannte Areal am Steinhof gibt es nach wie vor kein Nachnutzungskonzept – zumindest nicht für die Öffentlichkeit. Zwei Projekte sind jedoch fix: Eines davon ist seit einiger Zeit im Bau und in der Kritik, das andere ist neu und ebenfalls nicht unumstritten.

Zum einen wird im Osten des Areals fleißig an den Wohnungen gebaut. Nach und nach verschwinden Bäume, Gebäude und Tiere rund um die Baustelle. Der Pavillon 8 und die Kapelle der Anlage verfallen zusehends und niemand fühlt sich verantwortlich dafür, zum Erhalt der historischen Gemäuer beizutragen.

Soros-Privatuni

Bald soll das zweite fixierte Projekt folgen: Die CEU, die Central European University, wird ins Otto-Wagner Spital einziehen. In wenigen Wochen soll der Mietvertrag unterschrieben sein. Unklar ist jedoch, ob Soros jenen Teil des Areals, der für die Uni genutzt wird, absperren wird bzw. ob das Hauptgebäude und das Theater ebenfalls zu den Universitätsräumlichkeiten gehören werden. Die Bürgerinitiative "Steinhof erhalten" zeigt sich beunruhigt: "Obwohl die Stadt Wien seit Jahren ein Gesamtnutzungskonzept für das Areal verspricht, erfolgt nun offensichtlich ein weitere Filetierung des Areals", heißt es. Auch die Neos warnen: "Wir haben gehört, dass der Bereich der Uni möglicherweise abgesperrt wird. Damit wäre die Anlage nicht mehr zur Gänze zugänglich." Grundsätzlich begrüße man aber die Entscheidung für den Standort der CEU.

Diskussion im Bezirk

In der SPÖ geführten Bezirksvorstehung steht man dem Projekt positiv gegenüber. Auch die ÖVP Penzing spricht sich für die Uni aus – bei Einklang mit dem Nachnutzungskonzept. Denn hier sei Skepsis angebracht: "Das Konzept wird in der Schublade der Stadt Wien hin- und hergeschoben. Warum?" Die Neos lassen nun wieder mit der Idee einer Seilbahn über die Steinhof-Gründe, von Hütteldorf nach Ottakring, aufhorchen. "Für die für etwa 1.500 Studenten vorgesehene CEU soll eine öffentliche Anbindung ausgearbeitet werden", so Wolfgang Gerold von den Neos. Außerdem solle eine Stiftung als Träger zum Erhalt der Anlage eingesetzt werden. Die FPÖ zeigt sich skeptischer: Sie will ein verbindliches Gesamtkonzept und erst dann ihre Zustimmung zur Ansiedlung der Uni abgeben. "Wien sollte in seine heimischen Bildungseinrichtungen investieren, anstatt wertvolle Flächen und Grundstücke einer Milliardärsprivatuni zu überlassen", so die Penzinger FPÖ. Die Grünen sind optimistisch: Man gehe davon aus, dass das Areal für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben werde. Die Stadt Wien habe das zugesagt. Skeptisch steht man der Stiftungsidee gegenüber. "Wir wollen, dass die Anlage weiterhin in öffentlicher Hand bleibt", so die Grünen.

Autor:

Elisabeth Schwenter aus Penzing

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