Neuer TMW Generaldirektor Aufreiter
“Ein Kollektivvertrag ist momentan nicht leistbar”

Karin Skarek ist seit 2017 wirtschaftliche Leiterin des Technischen Museums, Peter Aufreiter folgte am 1. Jänner 2020 Gabriele Zuna-Kratky als wissenschaftlicher Leiter und Generaldirektor des Hauses.
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  • Karin Skarek ist seit 2017 wirtschaftliche Leiterin des Technischen Museums, Peter Aufreiter folgte am 1. Jänner 2020 Gabriele Zuna-Kratky als wissenschaftlicher Leiter und Generaldirektor des Hauses.
  • Foto: Wilke/TMW
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Volles Programm, wenig Geld: Peter Aufreiter ist seit Jänner 2020 der neue Generaldirektor des Technischen Museums. Seine Pläne für die Modernisierung des Hauses sind ambitioniert, ein Kollektivvertrag für die Mitarbeiter steht dabei nicht auf seiner Liste. 

PENZING. Am Rande der Antrittspressekonferenz des neuen Generaldirektors des Technisches Museums, Peter Aufreiter, wurde auch über politische Belange der Bundesmuseen gesprochen.

Aufreiter beurteilt einen von der Betriebsrätekonferenz der Österreichischen Bundesmuseen geforderten und auch im Regierungsprogramm verankerten gemeinsamen Kollektivvertrag für alle Mitarbeiter der acht Bundesmuseen dabei als "im Moment nicht leistbar". Karin Skarek, wirtschaftliche Leiterin des Hauses, bekundete Gesprächsbereitschaft.

Lunacek für "Fair Pay" im Kulturbetrieb

Ulrike Lunacek, grüne Staatssekretärin für Kunst und Kultur, hatte zuletzt allerdings das Thema Prekariat und "Fair Pay" im Kulturbetrieb zur Priorität erklärt. Das beinhalte auch eine Bundesmuseen-Holding, damit der seit langem geforderte Kollektivvertrag für Museumsmitarbeiter verhandelt werden könne, so Lunacek.

Mit rund 6,5 Millionen Besuchern gehören die Bundesmuseen zu den erfolgreichsten Kulturinstitutionen in Österreich. 2.600 Mitarbeiter arbeiten in den acht Häusern in Wien. Wenig bekannt ist allerdings, dass die Arbeit für die Bundesmuseen nicht kollektivvertraglich gesichert ist. Von den Österreichischen Bundesmuseen hat nur das Kunsthistorische Museum (KHM), beziehungsweise der KHM-Museumsverband, seit 1999 einen Kollektivvertrag.

Druck hat zuletzt die Betriebsrätekonferenz der Österreichischen Bundesmuseen zusammen mit der Gewerkschaft gemacht, die unter dem Motto #wirgehenleeraus im vergangenen Jahr zum wiederholten Male einen Kollektivvertrag gefordert haben. “225 Mitarbeiter auf dem Abstellgleis” hieß es damals aus dem TMW. 

428.619 Besucher 2019: Umfangreiches Programm 2020

Verschrieben hat sich das TMW jedenfalls den SDGs (Sustainable Development Goals), die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen umfassen. Neben den Themen Gesundheit, Klima oder Frieden werden auch Ziele zur Armutsbekämpfung, Bildung, Gleichstellung und zu menschenwürdiger Arbeit genannt.

Aufreiter selbst will “dem Museum wieder die Möglichkeit geben, eine aktuelle Plattform für zeitgemäße Fragestellungen zu sein”, wie er betont. Mehrere strategische Aspekte in der Programmgestaltung seien hierfür besonders wichtig. „Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, aber auch die Rolle des Menschen in einer digitalen Gesellschaft sind zwei Themenbereiche, denen man sich als wissenschaftliche Institution aktiv stellen muss.“

Aber auch genderinformiertes Ausstellen und Vermitteln und die Kooperation mit österreichischen Unternehmen in zeitgemäßen Fragestellungen seien ihm ein Anliegen. „Wir wollen hier auch Platz für Reflexion von Prototypen und Entwicklungsstrategien bieten und in meiner Vision zu einem spannenden Experimentierort für Unerprobtes werden.“

Aktuelle Veranstaltungen des Technischen Museums

  • Gleich von 6. bis 8. März steht begleitend zur aktuellen Ausstellung „Special Effects“ ein Fest mit filmreifem Programm am Plan. SFX- und Film-SpezialistInnen, Maskenbildner, Stuntmen und Stuntwomen, Tiertrainnerinnen und ein vielfältiges Workshop-Programm bieten spannende Einblicke in die aktuelle Filmproduktion.
  • Ab 4. April wird Österreichs größte, schwerste und schnellste Dampflok innovativ im Museum präsentiert und die Geschichte der Eisenbahn beleuchtet.
  • Auch ein Umwelt- und Klimaschwerpunkt mit dem neu konzipierten Vermittlungsprogramm „Klimawandel – Technikwandel“ findet sich neben Bewährtem wie dem „Technik & Tiere Erlebniscamp“ in Kooperation mit dem Tiergarten Schönbrunn.
  • Im Makerspace „techLAB“ wird es 2020 erstmals ein fünftägiges Sommerprogramm für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren geben, in dem kreative und digitale Fertigkeiten gefördert werden und ein besonderes Augenmerk auf genderinklusive Berufsorientierung gelegt wird.
  • Mit „Beethoven.vor.Ort“ erweitert die Österreichische Mediathek des Technischen Museums Wien ab Oktober 2020 den bereits online verfügbaren akustischen Stadtplan anlässlich des Beethovenjahres um eine Auswahl historischer Aufnahmen von Werken Ludwig van Beethovens. Die Aufnahmen werden relevanten Orten in Wien zugeordnet und kontextualisiert, mit einem besonderen Augenmerk auf die Soziotopografie Wiens zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
  • Ab November 2020 rüstet das Technische Museum Wien auch die eigenen digitalen Tools kräftig auf und erneuert seine Website umfassend. Eine App ist in Planung.
  • Den programmatischen Abschluss bildet ab November 2020 der große Jahresschwerpunkt des Museums zum Thema „Robotik und Künstliche Intelligenz“. Im dritten Teil des in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Klimaschutz umgesetzten Projektes „weiter_gedacht_“ wird eine umfassende Ausstellung zu diesem Themenkomplex umgesetzt.
Karin Skarek ist seit 2017 wirtschaftliche Leiterin des Technischen Museums, Peter Aufreiter folgte am 1. Jänner 2020 Gabriele Zuna-Kratky als wissenschaftlicher Leiter und Generaldirektor des Hauses.
Das Technische Museum hat einen neuen Generaldirektor. Peter Aufreiter will das Haus modernisieren - für einen Kollektivvertrag für die 225 Mitarbeiter habe man aber zur Zeit kein Geld.
Autor:

Elisabeth Schwenter aus Penzing

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