21.09.2016, 10:13 Uhr

Was mache ich eigentlich und warum?

Eine Frage, die man sehr philosophisch abhandeln kann, aber auch sehr praktisch, indem man sich seinen Alltag vergegenwärtigt.
Vor einem Jahr stand ich in meinem Badezimmer und sah mich still um.
Plastikverpackungen überall - Shampoo, Spülung, Duschgel, flüssige Handseife, Deo-Stift, Cremes, Haargel, flüssiges Vollwaschmittel, flüssiges Colorwaschmittel, flüssiger Weichspüler und, und, und...

Ich betrachtete die flüssige Handseife. Eine tolle Pumpflasche - wieviel Energie steckte wohl in dieser Flasche? Und das gleiche galt für den Deo-Stick. Die Verpackungen wirkten auf mich wertvoller als deren Inhalt.

Ich fühlte mich erdrückt - der Gedanke, dass jede dieser Verpackungen Rohstoffe enthielten, wie zum Beispiel Erdöl, die unwiederbringlich verloren waren, weckte Schuldgefühle in mir. Und der Abfall, der täglich entstand!
Ein Teil davon landet in unseren Weltmeeren. Das in Mikro- und Nanopartikeln zerriebene Plastik konterminiert das Meerwasser und gelangt über den Nahrungskreislauf letztlich wieder auf unsere Teller und in unsere Körper. Wissenschaftler haben festgestellt, dass sich die mikroskopisch kleinen Teilchen in unserem Gewebe absetzen und keiner kann die Auswirkungen vorhersagen

Es kann doch nicht sein, dass meine Sauberkeit die Umwelt belastet, also verdreckt.

Gab es eine Alternative?

Wenn ich mich heute in meinem Badezimmer umsehe, finde ich kaum noch Plastikflaschen oder Kunststoffbehältnisse. Ja - es geht!
Eine einfache Lösung heißt schlicht: Seife. Ganz normale Seife für das Handwaschbecken. Pflegende Ölseifen gibt es günstig, sie duften wunderbar und sehen auch noch besser aus. Und das beste daran ist, sogar die Verpackung ist meist nur ein kleiner Karton.

Auch bei Haarpflege gibt es in spezialisierten Läden Lösungen. Festes Shampoo in Form von Seifen, die mit hochwertigen Grundstoffen nicht nur dem Haar Glanz verleihen, sondern auch durch einen minimalen Verbrauch glänzen. Das Gleiche gilt für Conditioner und Deo - kein Plastik mehr, selbst Körperpflege gibt es als feste „Creme“.

Bei Waschmitteln ist die Auswahl an Pulver groß und in den Spülgang kann man statt Weichspüler, der ohnehin nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die eigene Haut bedenklich ist, ätherische Öle verwenden - einige Tropfen in die Spülkammer und die Wäsche duftet.

Nun stehe ich vor dem nächsten Schritt. Es gibt unzählige Möglichkeiten, Waschmittel, Reinigungsmittel, Pflegeprodukte wie Seifen, Shampoo oder Zahnpasta aus hochwertigen Nahrungsmitteln und Pflanzen selbst herzustellen. Als Waschmittel kann man zum Beispiel zerriebene Kastanien oder Efeublätter verwenden - ich konnte es auch nicht glauben, aber es stimmt. Anleitungen dazu gibt es im Internet.

Ich experimentiere und suche weiter - wofür ich mich letztlich entscheiden werde, weiß ich noch nicht, aber eines weiß ich mit Sicherheit - es wird ohne Plastikverpackung sein.

Herzliche und saubere Grüße,
Ihr Ferit Payci
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