10.06.2017, 12:02 Uhr

Warum ich meinen Papa mag

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Wir sind gemeinsam schon eine Weile auf der Welt. Und ich mag ihn so wie am ersten Tag. Nicht nur morgen am Vatertag! Immer war er für mich und meine Mutter da. Das ist bis heute so. Und auch für meine eigenen Kinder und meinen Ehemann. Er ist nie abgehauen, wenn es einmal Streit mit seiner Frau gab. Er hat nie geraucht oder gesoffen. Ist nicht einfach über Nacht weggeblieben, nur weil er gerade mal Lust hatte „über alles nachzudenken“.

Es gab nichts nachzudenken. Denn er wusste immer wo sein Platz war. Bei uns, bei seiner Familie. Es wurde ihm nie zu viel, uns zu beschützen und uns zu verwöhnen. Er hat nie anderen Frauen nachgegafft und hatte keine Affären. Er hat uns nie das Gefühl gegeben, finanziell abhängig von ihm zu sein. Es gab keine Geheimnisse zwischen meinen Eltern und auch heute, nach über sechzig Jahren Ehe, macht mein Papa meiner Mutter Komplimente. Das ist schön!

Während manche seiner Altersgenossen ab 60 plus beschließen "alt" zu sein und einen dicken Bauch ansetzen, ist er jung und sportlich aktiv geblieben. In meiner mühsamen Pubertätszeit, hat er immer versucht zwischen meiner Mutter und mir zu vermitteln. Wenn ich stolz in hässlichen alten Flohmarktgewändern umhergelaufen bin, war es ihm nicht peinlich mich in der schicken Innenstadt zu begleiten. Zumindest hat er mir das nicht zeigen wollen. Mein Papa ist kein Wunderwuzi, natürlich hat er auch so seine Macken (aber es sind nicht viele). Ich kann nur eines sagen, einen Besseren hätte ich mir damals nicht aussuchen können. Danke, Papa!
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