09.06.2017, 15:01 Uhr

Steinhof: Debatte über Konzept beim Bürgerforum

Diskussion: NEOS-Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger bei dem Bürgerforum in der Rekordmeister-Bar.

Seilbahn, Uni oder Holocaust-Museum? Beim Bürgerforum zum Otto-Wagner-Areal wurde fleißig diskutiert.

PENZING. Der Glaube an ein fertiges Nachnutzungskonzept für das Otto-Wagner-Areal rangiert mittlerweile auf einer Stufe mit dem an den Weihnachtsmann: Jeder freut sich zwar darüber, für möglich halten es aber wohl die wenigsten. Anfang Mai gab die Stadtregierung bekannt, dass die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) eine Nutzung für Bildungseinrichtungen prüfen werde. Seitens der NEOS ging man in die Offensive und präsentierte ein eigenes Nachnutzungskonzept. Beim Bürgerforum in der Rekordmeister-Bar am Gerhard-Hanappi-Platz stellte man dieses zur Diskussion – Seitenhiebe in Richtung rot-grüner Stadtregierung inklusive.

Zumindest was den Schuldigen anbelangt, war man sich an diesem Abend schnell einig: Dass die Stadtregierung den Zinnober um das Areal selbst zu verantworten habe, fand breiten Konsens unter den gut 30 Besuchern der Veranstaltung. Dass der Frust nach Jahren des Hin- und Hers groß sei, konnte sich selbst Moderatorin und NEOS-Bezirksrätin Ella Lang nicht immer ganz verkneifen.

Von Hütteldorf nach Steinhof

Dass die Veranstaltung ausgerechnet in der Rekordmeister-Bar im dritten Stock des Allianz Stadions stattfand, habe weniger mit Sympathien für die Kicker von Rapid Wien zu tun, sondern vielmehr damit, dass man hier oben ein gewisses "Feeling vermitteln" könne, erklärt NEOS-Penzing-Klubobmann Wolfgang Gerold. Die Location mit zweiseitiger Glasfront, direkt gegenüber des Hütteldorfer Bahnhofs gelegen, lasse schon erahnen, wie eine Seilbahnfahrt Richtung Otto-Wagner-Areal aussehen könnte. Geht es nach Gerold, soll nämlich künftig eine Seilbahn vom Bahnhof Hütteldorf über das Otto-Wagner-Areal bis zum Bahnhof Ottakring verlaufen.

Neben dem Verkehrskonzept "Seilbahn" erläuterte Gerold die Dringlichkeit des Projektes und wies darauf hin, dass der Heumarkt nicht der einzige stadtarchitektonische Streitpunkt von Relevanz sei. Neben einem Holocaust-Museum sowie Raum für Medizin, Gesundheit und Bildung könne man sich auch ein Areal für Start-ups vorstellen.

Lebhafte Diskussion

Einzelne Ideen, deren Ausgestaltung und Umsetzung wurden zunächst im Plenum diskutiert, anschließend in Kleingruppen. Hierfür standen neben den beiden NEOS Landtagsabgeordneten Christoph Wiederkehr und Stefan Gara, auch NEOS Referent Alexander Huber, Wolfgang Veit von der Bürgerinitiative "Steinhof gestalten" und Architektur-Student Ivo Antunic zur Verfügung. Die erörterten Ergebnisse der äußerst lebhaften Diskussionen trug man gegen Ende der knapp dreistündigen Veranstaltung zusammen. Neben dem rot-grün gefärbten Schuldigen war man sich insbesondere darüber einig, dass man besser heute als morgen die Initiative in Sachen Otto-Wagner Areal ergreift.

Um zu verhindern, dass Wien zu einer toten Stadt wird, möchte man die Zügel besser selbst in der Hand halten und ein Areal für alle Wienerinnen und Wiener schaffen, so Gerold. Er freut sich schon auf die Jungfernfahrt in luftiger Höhe von Hütteldorf auf das Otto-Wagner-Areal.
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