Mauthausen Memorial
Drei Spezialrundgänge in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Die Gedenkstätte Mauthausen bietet von Ende August bis Anfang Oktober drei Spezialrundgänge an. Der Eintritt ist frei. Coronabedingt ist die Teilnehmerzahl mit 15 Personen pro Rundgang begrenzt.

MAUTHAUSEN. Die Referenten widmen sich Themen wie den sogenannten „Systemgaunern“, der „gezielten Ermordung von niederländischen Juden“ und „der österreichischen Erinnerungskultur am Beispiel der KZ-Gedenkstätte Mauthausen“. „Das Format der Spezialrundgänge wurde entwickelt, um gezielt Menschen aus der Umgebung des ehemaligen Konzentrationslagers und aus der Region anzusprechen“, sagt Gudrun Blohberger, pädagogische Leiterin an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Anmeldungen unter:
 education@mauthausen-memorial.org
 oder 07238/2269 10. 

Beginn jeweils um 10 Uhr
. Treffpunkt beim Bookshop der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Dauer der Rundgänge: Ca. 3 Stunden. 
Geeignete Kleidung und festes Schuhwerk..

Samstag, 29. August 2020, 10 Uhr: „Konzentrationslager für Systemgauner“
Referenten: Andreas Kranebitter (Leiter der Forschungsstelle der KZ-Gedenkstätte Mauthausen), mit Daniel Engel (Angehöriger eines KZ-Opfers). Als die NS-Behörden unmittelbar nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich mit den Planungen des Konzentrationslagers Mauthausen begannen, kündigten sie es medial als Konzentrationslager für "Systemgauner" an. Die ersten Häftlinge des KZ Mauthausen stammten aus Österreich, Häftlinge aus Deutschland folgten und bis zum Kriegsende war die Häftlingsgesellschaft international. Das KZ behielt bis Kriegsende seine Funktion als Ort der Deportation und Ermordung von Menschen, die nicht Teil der "Volksgemeinschaft" sein sollten. Emil Baum, Vorfahre von Daniel Engel, war einer, der nicht in diese „Volksgemeinschaft“ passte. 

Sonntag, 27. September, 10 Uhr
: Tag des Denkmals: Befreit!? - Phasen der österreichischen Erinnerungskultur am Beispiel der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Referentin: Terezina Barac (Vermittlerin an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen)
. Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist in Österreich der zentrale Erinnerungsort für die Opfer der NS-Zeit. Symbolhaft steht er für die Geschehnisse und Gräueltaten, die in ganz Österreich geschehen sind, und erinnert an die Befreiung, die sich heuer zum 75. Mal jährt. Für jene, die die KZ-Haft überlebt haben, ist der Tag der Befreiung ein entscheidender. Hingegen hat sich im kollektiven Gedächtnis Österreichs stark verankert, dass mit diesem Tag die Zeit der „Besatzung“ begann. Der Rundgang thematisiert die Entwicklung einer Erinnerungskultur, die mit Verdrängung beginnt und sich erst langsam zu einer kritischen und reflektierten Auseinandersetzung entwickelt. 

Samstag, 3. Oktober, 10 Uhr: "Manchmal wurden sie auch durch die Postenkette gejagt" – Die Ermordung der aus den Niederlanden deportierten Juden im Konzentrationslager Mauthausen
Referent: Andreas Schrabauer
. In den Jahren 1941 und 1942 wurden jüdische Männer im Reichskommissariat Niederlanden gezielt Opfer von besatzungspolitischen Repressalien. Die nationalsozialistischen Machthaber ließen im Zuge mehrerer Verhaftungswellen jüdische Emigranten und niederländische Juden festnehmen und sie ins Konzentrationslager Mauthausen überstellen. Dort wurden sie von der Lager-SS innerhalb weniger Wochen nach ihrer Ankunft ermordet. Andreas Schrabauer erhielt für seine Forschung zu den niederländischen Gefangenen 2018 den Förderpreis der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

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