Gesund und schmeckt gut
Heimisches Wintergemüse statt Tomaten aus Marokko

Bunte Vielfalt an Wintergemüse: Karotten, Sellerie, Rote Rüben, Pastinaken, Chinakohl, Rucola, Vogerlsalat, Kürbis und Co.
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  • Bunte Vielfalt an Wintergemüse: Karotten, Sellerie, Rote Rüben, Pastinaken, Chinakohl, Rucola, Vogerlsalat, Kürbis und Co.
  • Foto: LK OÖ
  • hochgeladen von Ulrike Plank

Gemüsebauern eröffnen nach guter Ernte die Wintergemüse-Saison

OÖ. Immer mehr Menschen entdecken, welche Vielfalt und welch vielseitigen Geschmack unser heimisches Gemüse auch im Winter zu bieten hat. So verschiedenartig die Gemüsearten sind, alle schmecken auch in der lichtarmen und kühlen Jahreszeit besonders gut und sie sind gesund. Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe sind die wertgebenden Nährstoffe von Wintergemüse und dieses ist heuer nach guter Ernte in ausreichender Menge und in hervorragender Qualität für die Konsumenten verfügbar.

Besser fürs Klima

„Wintergemüse aus Oberösterreich ist eine klima- und ressourcenschonende Alternative zu Gemüse aus teuer beheizten Gewächshäusern und importierten Gemüsearten“, sagt Michaela Langer-Weninger, Präsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ. Als Wintergemüse gilt Gemüse, das im Winter vom Freiland oder auch aus den unbeheizten Folienhäusern ohne zusätzlichen Energieaufwand geerntet werden kann. Auch Gemüse aus professionell geführten Lagern oder eingelegte sowie milchsauer vergorene Gemüsearten bereichern das wertvolle Angebot.

Tomaten aus Spanien und Marokko

„Die Wintermonate stehen bevor, doch in den Regalen der Supermärkte ist das oft nur schwer zu erkennen. So wie auch beim Obst sind viele Gemüseregale oft mit ausländischer Sommerware befüllt und verlocken so zum Beispiel zum Kauf von Tomaten rund ums Jahr und somit zu einem klimabelastenden und ressourcenverbrauchenden Konsum. Regionale Produktion und saisonaler Konsum sind die besten Voraussetzungen gegen Umweltbelastung sowie aufwändige Importe und sichern zudem die Existenz und viele Arbeitsplätze bei heimischen Gemüsebauern“, ergänzt Langer-Weninger.

Heuer gutes Erntejahr

„Nach den Jahren 2017 bis 2019, in denen die Trockenheit ein großes Thema war, hat das heurige Jahr mit durchschnittlichen Witterungsbedingungen zu gutem Wachstum und hervorragenden Qualitäten geführt. Die Lager konnten so zu 100 Prozent gefüllt werden und warten nun auf die Nachfrage der Konsumenten“, erläutert Ewald Mayr, Obmann des Verbandes der Obst- und Gemüseproduzenten OÖ.

Bei Wurzelgemüse (Hauptvertreter sind Karotten, Sellerie, Rote Rüben, Pastinaken und Rettiche) gibt es je nach Bodenbeschaffenheit und ausreichender Bewässerungsmöglichkeit überwiegend zufrieden stellende bis überdurchschnittliche Erträge.

Sorgenkind Bierrettich

Beim Bierrettich, einem jahrzehntelangen, regionalen Aushängeschild für den OÖ. Gemüsebau, gebe es durch den weiteren Wegfall eines wesentlichen Wirkstoffes zur Schädlingsbekämpfung heuer massive Ernteverluste und der Anbau drohe für 2021 daher in andere europäische Staaten – wo die Anwendung der Mittel weiterhin erlaubt ist – abzuwandern.

Für Kohlgemüse (Hauptvertreter sind Kraut, Kohl, Kohlrabi, Chinakohl, Broccoli, Karfiol und Kohlsprossen) war 2020 laut Landwirtschaftskammer durch ausreichende Niederschläge und weniger Hitze ein gutes Jahr, häufig auch überdurchschnittlich. Dies wirkte sich allerdings über lange Phasen negativ auf den Erzeugerpreis aus. Insbesondere die Preise für Kohlrabi und für Lagerkraut waren vielfach unter der Rentabilitätsgrenze.

August rettete die Gurkerl-Saison

Bei den drei für Oberösterreich wichtigsten Vertragsgemüsen (Einlegegurken, Sauerkraut und Rote Rüben) kann überall eine volle Vertragsmengendeckung erzielt werden. „Bei Einlegegurken war dies 2020 durch die anfängliche Unsicherheit bei den Saisonarbeitskräften und durch die Nässe und nächtliche Kälte von Mai bis Juli gar nicht einfach. Der August hat aber die Saison gerettet, nachdem die Lagerbestände aufgrund der Hamsterkäufe im Frühjahr europaweit auf einen Tiefststand gesunken waren“, erläutert Mayr.

efko sucht Kraut-Produzenten

Auch bei Sauerkraut und Roten Rüben erwartet man bei der seit Mitte August laufenden Ernte eine volle Vertragserfüllung bei sehr ansprechender Qualität und Frische. Dies gilt ebenso für Bio-Sauerkraut und Bio-Rote Rüben. Die Firma efko in Hinzenbach hat durch einen Zubau bei der Sauerkrauthalle in Vorbereitung der Sauerkrauternte 2020 ihre Lagerkapazitäten um fast 50 Prozent ausgeweitet, wofür auch neue zusätzliche Produzenten gesucht werden.

Einbruch bei Erdäpfel-Preisen

Aufgrund der Trockenheit in den vergangenen Jahren haben die Landwirte heuer die Anbauflächen bei Erdäpfeln um ca. 10 Prozent ausgeweitet. Bei ausreichend Niederschlägen kam es zu sehr guten Erträgen und bis dato teilweise unrentablen Preisen und geringer Nachfrage (speziell bei großen Kalibern). Vertraglich abgesicherte Mengen profitieren in solchen Situationen.

Gemüseanbaufläche in OÖ auf hohem Niveau

Der erwerbsmäßige, landwirtschaftliche und gärtnerische Gemüseanbau wird in Oberösterreich von 166 Betrieben auf einer Gesamtanbaufläche von etwa 1.812 Hektar (inkl. Mehrfachnutzung) betrieben. Somit kann rückblickend auf die letzten zehn Jahre gesagt werden, dass durch den bewährten Einsatz von ca. 3.000 Saisonarbeitskräften die Gemüseanbaufläche auf hohem Niveau gehalten werden konnte. Auch die Anzahl der Gemüseanbaubetriebe hat sich in den letzten zehn Jahren stabilisiert, weil Betriebe, welche aufgehört haben, durch Neueinsteiger abgelöst wurden. 2020 gab es erstmalig wieder einen leichten Anstieg.

Regionale Stärke – auch im Winter

In OÖ liegt die Stärke in der großen Vielfalt der Gemüsearten zur regionalen Vermarktung und saisonalen Verarbeitung sowie derzeit u. a. Sauerkraut, Rote Rüben und Erdäpfel. Die Gemüseanbaufläche mit etwas mehr als elf Hektar je Betrieb ist im Vergleich zu den Hauptgemüseländern in Europa (Holland, Spanien, Italien, etc.) sehr niedrig und ein Zeichen dafür, dass sehr viele dieser Betriebe den Gemüseanbau im optimalen Fruchtwechsel zu anderen Ackerbaukulturen ausüben. 
Innerhalb von Österreich sind die OÖ Gemüseproduzenten beim Anbau von Lager- und Sauerkraut, Karotten, Roten Rüben, Sellerie, Speisekürbis und Erdäpfeln marktführend bzw. marktbedeutend.

Süßkartoffeln im Trend

Vermehrt, und den neuen klimatischen Gegebenheiten angepasst, werden seit dem Jahr 2015 auch Süßkartoffeln angebaut. Derzeit sind, großteils im Eferdinger Becken, 16 Hektar mit diesem köstlichen Gemüse bestellt. Auch die Anbaufläche von Pastinaken hat sich in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt.

Mehr Zuckermais – weniger Kraut

Die OÖ Gemüseproduzenten richten sich nach den Kundenwünschen. Da die Nachfrage nach Zuckermais steigt, wird dieser auch mehr angebaut: Die Fläche stieg in den vergangenen zehn Jahren von 142 auf 230 Hektar. Hingegen sank die Anbaufläche von Kraut leicht.

Zu den Hauptgemüsearten gesellen sich auch Spezialitäten und Raritäten, welche neben dem Lebensmitteleinzelhandel besonders in der Direktvermarktung angeboten werden – siehe Fotos.

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Wie man sich auch im Winter mit eigenem Gemüse versorgt

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