Quarantäne
So werden Kinder mit Corona zu Hause gepflegt

Eva Hoffmann, Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals am Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege.
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  • hochgeladen von Helene Leonhardsberger

Das sollten Eltern beachten, wenn das eigene Kind nachweislich mit Corona infiziert ist. St. Georgens Vize-Bürgermeisterin Eva Hoffmann arbeitet als Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals an der FH Gesundheitsberufe OÖ. Sie empfiehlt Eltern, so weit als möglich darauf zu achten, dass Kinder die notwendigen Maßnahmen einhalten.

ST. GEORGEN/GUSEN, LINZ. Wenn Kinder erkranken, ist die liebevolle und fürsorgliche Betreuung der Eltern besonders wichtig. Dazu gehören auch körperliche Nähe und Unterstützung. Doch gerade dieser enge Kontakt sollte in der Pflege coronakranker Menschen ja eigentlich vermieden werden. Wie Kinder bei einer Corona-Infektion zu Hause betreut werden und die Familie mit dieser Situation zurechtkommen kann, weiß die Vize-Bürgermeisterin von St. Georgen an der Gusen, Pflegespezialistin Eva Hoffmann von der FH Gesundheitsberufe OÖ: „Das Corona-Virus betrifft Kinder nach derzeitigem Wissenstand seltener als Erwachsene. Häufig treten wenige bis gar keine Symptome auf. Gerade deshalb gelten Kinder und Jugendliche vorwiegend als Überträger“, sagt Hoffmann. Sie ist Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals am Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege. Für an Corona erkrankte Kinder und Jugendliche gelten die gleichen Maßnahmen bei häuslicher Quarantäne wie für Erwachsene: Sorgfältige Handhygiene, Abstandhalten, Mund-Nasen-Schutz und Isolation im eigenen Zimmer. Je kleiner die Kinder sind, desto weniger lassen sich diese Maßnahmen umsetzen.

Kinder bei Hygiene unterstützen

Kinder bis ins Volksschulalter brauchen Unterstützung bei Körperpflege und Nahrungsaufnahme, aber auch bei der Umsetzung und Einhaltung der Hygieneregeln. Da sie die Zeitspanne von 30 Sekunden für das Händewaschen kaum einschätzen können, helfen ein Timer oder ein gesungenes Lied. Es gibt auch sehr viele gute Apps und Erklärvideos im Internet. „Zur Überprüfung der Handhygiene gibt es einen Trick: Einfach dem Kind am Morgen einen Kreis mit einem hautverträglichen Stift auf den Handrücken malen, und wenn dieser am Abend fast verschwunden ist, sind die Hände gewissenhaft gewaschen worden“, empfiehlt die Expertin.

Anderes Besteck verwenden, gut lüften

In der Krisensituation heißt es, sich von üblichen Gewohnheiten verabschieden. Größere Kinder und Jugendliche dürfen jetzt vielleicht auf der Couch essen, um den Abstand einzuhalten. Für Eltern gilt: Nicht das gleiche Glas oder Besteck wie das erkrankte Kind benützen und übriggebliebene Speisen nicht aufessen. Benötigt das Kind Hilfe beim Zähneputzen, vorher gemeinsam Hände waschen. Eigene Hygieneutensilien wie Seife und Handtücher sind ebenso wichtig wie das tägliche Wechseln aller Geschirr- und Handtücher im Haushalt. Nach jedem Gang ins Bad oder WC sollte ein Elternteil alle Oberflächen mit einem Haushaltsreiniger abwischen. Es wird empfohlen, die Türgriffe einmal täglich zu reinigen. Oft brauchen Kinder die wiederholte Anweisung, nicht in die Hand zu niesen oder zu husten und Taschentücher nach einmaligem Gebrauch zu entsorgen. Durch regelmäßiges Lüften der Wohn- und Schlafzimmer werden die infektiösen Aerosole verringert.

Wann den Arzt anrufen?

Wenn sie Symptome zeigen, leiden coronakranke Kinder häufig an Fieber und Husten. Verstärken sich die Beschwerden, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Wie bei einem fieberhaften Infekt gilt es nun darauf zu achten, dass das Kind ausreichend trinkt. Suppen, Pudding und wasserreiches Obst und Gemüse unterstützen die Flüssigkeitszufuhr. Medikamente sollten bei Kindern nur nach ärztlicher Anordnung verabreicht werden. Bei leichtem Fieber empfiehlt die Spezialistin eine großflächige Auflage mit kühlem Topfen im Brustbereich, bei Husten einen Wickel mit lauwarmem Topfen – ebenfalls im Brustbereich. Eine aufrechte Sitzposition im Bett unterstützt die Atmung, die Raumluft wird mit nasser Wäsche auf dem Trockner oder einem feuchten Handtuch über dem Heizkörper befeuchtet. Größere Kinder können auch Hustenzuckerl lutschen, damit die Speichelproduktion angeregt und der Hustenreiz gemildert wird.
 

Kindgerechte Information zur Corona-Situation

„Die Kommunikation in der Familie sollte ehrlich und vor allem altersgerecht sein. Kinder merken aufgrund des Verhaltens der Eltern, dass etwas anders ist. Die Informationssendungen im Fernsehen sind für Erwachsene verständlich, aber sie verunsichern und verängstigen Kinder“, betont Eva Hoffmann. „Besser den Fernseher ausschalten und gemeinsam spielen oder Geschichten vorlesen – unter Einhaltung der Regeln – das tröstet Kinder in dieser schwierigen Zeit.“

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