Handysucht
Wenn das Smartphone den Alltag bestimmt

Die Angst, online etwas zu verpassen, treibt immer jüngere Kinder in die Internet- und Smartphone-Sucht.
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  • Foto: panthermedia/VeronikaGorBO
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Die Angst, online etwas zu verpassen, treibt immer jüngere Kinder in die Internet- und Smartphone-Sucht.

OÖ. Eine Internetsucht äußert sich zum Beispiel durch das starke Verlangen, permanent mit anderen verbunden zu sein und seine eigenen Aktivitäten ständig mitzuteilen.
Man hat Angst, Freunde könnten sich treffen und Spaß haben, während man selbst nicht dabei ist. Nicht online zu sein, verursacht Unruhe und Gereiztheit, Angst, etwas zu verpassen. "Wenn Sie oder Ihre Kinder sich ständig in soziale Netzwerke einloggen und dadurch andere Tätigkeiten eingeschränkt sind, es also im Tagesverlauf kaum mehr Zeiten gibt, in denen man nicht online ist, und Versuche, die Nutzung einzuschränken, wiederholt scheitern, ist die Gefahr groß, eine Verhaltenssucht zu entwickeln", erklärt Kurosch Yazdi, Leiter der Klinik für Psychiatrie mit Schwerpunkt Suchtmedizin am Kepler Universitätsklinikum (KUK).

Süchtige immer jünger

Zu viel Onlinekonsum führt unter anderem zu Konzentrationsproblemen bis hin zum Leistungsabfall, sozialer Isolation oder Vernachlässigung der eigenen Grundbedürfnisse bis hin zu körperlichen Schäden. Laut Suchtexperte Yazdi werden die Onlinesüchtigen immer jünger. Vor zehn Jahren betreute er fast ausschließlich Erwachsene, dann kamen die 14- bis 15-Jährigen, heute weisen oft schon 10-Jährige eindeutige Suchtsymptome auf. „Wenn sich durch den Smartphone- und Onlinekonsum die Schulnoten deutlich verschlechtern und sich Kinder in die Isolation zurückziehen, sollten Beratungseinrichtungen aufgesucht werden“, empfiehlt Yazdi. Eltern rät er, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken und eine geregelte Tagesstruktur inklusive gemeinsamer Aktivitäten mit den Kindern zu entwickeln.

Handyfreie Zeiten und Zonen

Außerdem solle man wertschätzend erklären, warum handyfreie Zeiten zum Beispiel beim Essen, in Gesellschaft oder in der Nacht und auch handyfreie Zonen wichtig sind. Daran sollten sich die Erwachsenen natürlich auch selbst halten. "Eltern sollten auch keine Angst haben, ihre Kinder einzuschränken, wenn Deals über die erlaubte Handynutzung nicht funktionieren. So entwickelt sich ein gesunder, vielfältiger Mensch, der Hobbys hat, Freunde trifft und seinen Verpflichtungen nachkommt", sagt der Experte.

Die Angst, online etwas zu verpassen, treibt immer jüngere Kinder in die Internet- und Smartphone-Sucht.
Kurosch Yazdi, Leiter der Klinik für Psychiatrie mit Schwerpunkt Suchtmedizin am Kepler Universitätsklinikum


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