Wie der Ausstieg aus dem Hamsterrad gelingt

Anita Putscher
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KATSDORF. "Es ist nicht leicht, in einem Hamsterrad-System als Einzelperson anzuhalten", sagt Lebens- und Sozialberaterin Anita Putscher aus Katsdorf (www.putscher.at). "Es geht nur durch bewusste Reflexion und einen Blick von außen. In meiner Praxis unterstütze ich Menschen, sich ihrer Situation bewusst zu werden, und Schritt für Schritt ihre Haltung zu ändern, ihr Selbst- und bewusst-Sein zu stärken und Überforderungen gegenzusteuern." Bei der Burnout-Prävention gehe es um Grenzen und (Selbst-)Verantwortung. Was sind die Ursachen für die heute verspürte Zeitnot? Putscher nennt es „Optimierungs- und Zertifizierungs-Wahn“. Eine Anforderung der „Zeit“, des Systems, der Gesellschaft, der Wirtschaft: Noch schneller, besser, effizienter. Perfektionismus, Konsumgesellschaft, Streben nach Anerkennung auf der einen Seite, sowie Macht und Geld auf der anderen Seite. Dabei sei jeder Mensch gefordert, seine Grenzen gut wahrzunehmen. Zu stoppen, sich Pausen einzuteilen, gut zu planen, nicht jeden Trend aufzunehmen und Prioritäten setzen. "Einmal Nein sagen, und die Welt dreht sich weiter, sag ich immer wieder. Sich selber mal nicht so ernst nehmen und zurücklehnen". Jeder Mensch sei verantwortlich, nicht in die "Negativ-Stress-Hektik-Spirale" einzusteigen oder immer wieder bewusst auszusteigen und für Oasen zu sorgen.

Oasen-Termine wichtig

"Oasen-Termine sollten uns genauso wichtig sein wie Geschäftstermine. Ich empfehle: Wochenenden, zumindest Tage oder Halbtage, freihalten, einmal nichts verplanen, sondern Zeit für Spontanes, das Spaß macht, frei halten. Für Muße, spazieren gehen ohne Handy, soziale Kontakte", so Putscher. Ein weiterer Aspekt: Wenn innere Antreiber bewusst gemacht werden, kann eine klare bewusste Ausrichtung folgen. Die Entscheidung über die Prioritäten wird klar bis einfach. Weiters besteht das Phänomen, dass die Menschen die „Latte“, also ihren Selbstanspruch, in sämtlichen Bereichen zu hoch ansetzen. Das fängt bei der „überperfekten“ privaten Essenseinladung an und hört bei hinderlichen Glaubens- und Leitsätzen wie „Geht nicht, gibts nicht!“ in manchen Unternehmen auf.

Warnzeichen

Schlafstörungen, Nicht-Abschalten-Können, kreisende Gedanken wie „Wie schaffe ich das?“, „Ich muss das können“ oder auch „Das drück ich schon noch durch“, „Einer muss es ja machen“, „Ich mach es ja gerne …“ sollten laut Expertin die Alarmglocken läuten lassen. "Hinterfragen Sie diese Glaubenssätze und zögern Sie nicht, sich durch Coaching, psychosoziale Lebensberatung, Supervision begleiten zu lassen", sagt Anita Putscher.

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