Ried/Riedmark
Baum krachte auf Haus: "Millionen Mal Danke an Helfer"

Beim Baum, der ein halbes Haus zerstörte: Zimmermann Siegi Willner, Hausbesitzer Johann Luftensteiner, Karl und Heidi Peltz, Nachbarin Maria Lechthaler.
12Bilder
  • Beim Baum, der ein halbes Haus zerstörte: Zimmermann Siegi Willner, Hausbesitzer Johann Luftensteiner, Karl und Heidi Peltz, Nachbarin Maria Lechthaler.
  • hochgeladen von Helene Leonhardsberger

Umwetter-Tragödie in Ried in der Riedmark: Ein Baum krachte auf ein Haus und richtete großen Schaden an.

RIED/RIEDMARK. Am Sonntagabend, 25. Juli, zog ein starkes Unwetter über die Region. Heidi und Karl Peltz befanden sich im Wohnzimmer ihres Hauses. "Auf einmal hat es einen Tuscher gemacht, dass wir einen halben Meter vom Sofa hochgesprungen sind." Der 70 Jahre alte Nussbaum im Garten war auf das Haus gestürzt. Heidi alarmierte ihre Nachbarin und beste Freundin Maria Lechthaler, die wiederum die Feuerwehr rief. "Vor Nervosität ist mir im ersten Moment die Nummer gar nicht eingefallen." Nach dem Telefonat mit der Einsatzzentrale sei sie "im Sturzflug" zum Ehepaar Peltz hinüber, schildert Maria. Als die Frauen von der Unglücksnacht erzählen, beginnen sie zu zittern, so tief sitzt der Schock noch in den Knochen. "Momentan kannst du die Situation nicht einschätzen, weißt nicht, ob das Haus einsturzgefährdet ist."

Bürgermeister zwei Tage lang vor Ort

Gemeinsam mit der Feuerwehr holte das Ehepaar die wichtigsten Sachen aus dem finsteren Haus. Im Bereich, wo das Gebäude vom Baum getroffen worden war, kam bereits Wasser herein. Die Feuerwehr Mauthausen rückte mit der Teleskopmastbühne nach. Alle Hebel setzte auch Bürgermeister Christian Tauschek in Bewegung, um dem Ehepaar zu helfen. Er war in der Unwetternacht einer der Ersten vor Ort. Zwei Tage verbrachte der berufliche Bauleiter dann beim Haus Peltz, organisierte und koordinierte einen Kran, der den massiven Baum vom Dach entfernte. "So eine Hilfskette habe ich noch nie gesehen, das war gigantisch", meint Heidi Pelz. Die erste Nacht verbrachte das Ehepaar bei seinem Sohn in St. Georgen an der Gusen. Wieder zuhause, schlafen die beiden momentan im Wohnzimmer. Im Schlafzimmer ist es nicht sicher, die Decke biegt sich, ist feucht vom Regen. Ebenso beschädigt sind Badezimmer und Werkstatt.

Hausbesitzer lässt Mieter nicht im Stich

Das Ehepaar lebt von einer kleinen Pension. Beide sind schwer krank. Die massiven Schäden könnten sie weder finanziell noch körperlich alleine stemmen. Zum Glück besitzt Hausherr Johann Luftensteiner ein großes Herz. "Er hätte auch sagen können, ich lasse das Haus niederreißen, ihr müsst ausziehen", sagt Heidi. Das Ehepaar Peltz wohnt seit 20 Jahren zur Miete in Luftensteiners Elternhaus. "Das sind zwei so liebe Leute, denen muss man helfen. Wo sollten sie denn hin?", ist der Vermieter überzeugt. Notdürftig wurde das Dach nach dem Unwetter mit einer Plane repariert. Drei Tage später regnete es wieder herein. Zurzeit ist es äußerst schwierig, Baumaterialien zu besorgen. Luftensteiner schaffte es trotzdem, über Kontakte Ziegel herbeizuschaffen. Er und ein befreundeter Zimmermann werken von früh bis spät, um das Dach wieder auf Vordermann zu bringen. "Wenn der Hausherr das nicht alles organisiert hätte – wir zwei stünden da", sagt Heidi. Auch ihr Mann packt mit an, trotz Herzkrankheit und halber Lunge.

Wenige Helfer, viele Gaffer

Heidi und Karl wissen die Hilfe in der Not sehr zu schätzen und möchten sich öffentlich bedanken. "Millionen Mal Danke – an unseren Hausbesitzer Johann Luftensteiner, an Zimmermann Siegi Willner, an Bürgermeister Tauschek, an die Feuerwehren und an die Firma Reitinger, die mit dem Kranwagen gekommen ist." Und natürlich an Freundin Maria: "Ich wäre aufgeschmissen, wenn ich meine Nachbarin nicht hätte", sagt Heidi, die seit vielen Jahren Krebspatientin ist. "Für mich ist es wichtig, zu sagen, dass es solche Leute gibt." Während einige Menschen voll zum Ehepaar Peltz stehen, schmerzten die Reaktionen vieler Schaulustiger, die gafften, fotografierten, filmten. Auch aus der direkten Nachbarschaft. Der Wurzelstock des Nussbaums steckt übrigens immer noch in der Erde, der Kran vermochte ihn nicht herauszuziehen.

25. Juli: Heftiges Unwetter zog im Bezirk Perg eine Spur der Verwüstung


Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!




Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen