Bewusstseinsregion: Ein neuer Umgang mit der Nazi-Zeit

Eine Jugend-Begegnungstätte für Mauthausen könnte 2013 beschlossen werden.
  • Eine Jugend-Begegnungstätte für Mauthausen könnte 2013 beschlossen werden.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Michael Köck

BEZIRK. Die Gemeinden St. Georgen an der Gusen, Mauthausen und Langenstein arbeiten seit einiger Zeit an den Vorbereitungen zum Projekt Bewusstseinsregion. St. Georgens Bürgermeister Erich Wahl erklärt: "Wir wollen Bewusstsein für den Raum entwickeln und was historisch in der Nazi-Zeit geschehen ist, die Erinnerung erhalten. Wir wollen die Zeit aber nicht nur als Last und Bürde erleben, sondern auch als Perspektive für die Region. Als Möglichkeit zur Zukunftsentwicklung". In St. Georgen sind auf einem zwei Hektar großen Areal eine Gedenkstätte und ein Park geplant.

Jugend-Begegnungsstätte
Beschämend ist für Wahl, dass es nach 70 Jahren noch immer keinen Zugang zum Stollen "Bergkristall" gibt. Das soll sich ändern. Auch Ausstellungsräume sind in St. Georgen geplant. In Mauthausen hofft man weiter auf eine seit Jahren geforderte Jugend-Begegnungsstätte. Bei der Gedenk-Nationalratssitzung zum Thema "75 Jahre nach dem Anschluss" im Frühjahr könnte es soweit sein. "Ich wünsche mir, dass wir 2013 die Finanzierungszusage bekommen. Das wäre ein österreichweit gutes und wichtiges Symbol", meinte Mauthausens Ortschef Thomas Punkenhofer schon heuer im März. Das Projekt Bewusstseinsregion will neue Wege des Gedenkens und Lernens beschreiten. Die Bürger werden beteiligt, damit in den Orten mit einer dunklen Vergangenheit sinnvolle Erkenntnisse für die Zukunft entstehen.

Bürgerräte werden gewählt
Bürgerräte werden per Zufallsstichprobe aus den drei Gemeinden ausgewählt. Eine bis zum April 2013 eingerichtete Gruppe kümmert sich um die Umsetzung der Ideen (siehe "Zur Sache"-Kasten). "Die Bewusstseinsregion könnte ein Pilotprojekt für den Umgang mit Gedenkstätten in Österreich sein", so Wahl. Unter www.bewusstseinsregion.at finden Sie alle Informationen.

Zur Sache: Bewusstseinsregion
Die Region Mauthausen - Gusen - St. Georgen ist geprägt von den Spuren der Vergangenheit. Das Projekt Bewusstseinsregion will neue Wege des Gedenkens und Lernens beschreiten. Die Bewohner sind eingeladen, eine Zukunftsperspektive für ihr Umfeld zu entwickeln. Das Projekt beruht auf zwei Säulen, die der Mitbestimmung und -gestaltung dienen. Die erste Säule sieht eine Reihe von Kreativ-Workshops vor, Themen-Runden mit Menschen, die der Region verbunden sind und Wissen einbringen wie Wirtschaftstreibende, Wissenschafter und Kulturschaffende. Die zweite Säule sind Bürgerräte: Bewohner werden per Zufallsstichprobe gezogen. Es geht um ihre Wahrnehmungen, Ärgernisse, Erwartungen, Enttäuschungen und Hoffnungen. Die Ergebnisse sind Grundlage für künftige Aktivitäten und sollen im April 2013 feststehen.

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