Bestattung
Luftenberg: In einem Baum weiterleben

Andreas und Susanne Krassay.
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Im Ruhewald Luftenberg werden Urnen mit der Asche Verstorbener unter Bäumen oder Steinen beigesetzt.

LUFTENBERG. Die Sonne blitzt durch die dichten Baumkronen, die Vögel zwitschern um die Wette. Dass der Ruhewald Luftenberg kein gewöhnlicher Wald ist, sieht man erst auf den zweiten Blick: Die Bäume tragen kleine Plaketten mit Nummern, an manchen Bäumen hängen Erinnerungstafeln mit den Namen der Verstorbenen, die hier begraben sind. Spaziergeher kommen nicht nur der Ruhe wegen, sondern um zu trauern und zu gedenken.

Ruhestätte Natur

"Der Ruhewald ist auch ein Naturerlebnis“ sagt Susanne Krassay, die gemeinsam mit ihrem Mann Andreas den Ruhewald Luftenberg betreibt. „Es ist anders als über einen Friedhof zu gehen. Es duftet, es ist schattig und still.“ Susanne und Andreas Krassay, dessen Familie bereits seit Generationen einen Forstbetrieb in Luftenberg führt, haben den Ruhewald im Herbst 2017 eröffnet. In Deutschland gibt es bereits seit Jahrzehnten so genannte Fried- oder Ruhewälder, in denen die Asche Verstorbener in biologisch abbaubaren Urnen unter Bäumen oder Steinen beigesetzt werden. Auch in Österreich interessieren sich immer mehr Menschen für diese individuelle Form der Bestattung.

Im Baum weiterleben

Naturverbundenheit ist das Motiv vieler Menschen, die sich vorsorgend eine Grabstätte im Ruhewald kaufen. „Manchen Hinterbliebenen gefällt auch die Vorstellung, dass ein geliebter Mensch in einem Baum weiterlebt“, sagt Andreas Krassay. Viele Menschen wollen ihre Nachkommen nicht mit den laufenden Kosten und Mühen eines Friedhofgrabes belasten. „Im Ruhewald gibt es im Gegensatz zum Friedhof nur einmalige Kosten. Der Kauf einer Ruhestätte gilt für die nächsten 99 Jahre“, erklärt Susanne Krassay.

Vorsorgen für die Zeit nach dem Tod

Bei einem Rundgang durch den Wald suchen sich Interessenten einen Baum aus. Die verfügbaren Bäume wie Eichen, Ahorn, Buche oder Lärchen, sind mit Bändern in drei Farben markiert, die die Preiskategorien darstellen. Von 700 bis 1200 Euro reichen die Preise für eine Ruhestätte für 99 Jahre. „Die Menschen, die wir durch den Wald führen, wissen danach meist genau, von welchem Baum oder welchem Stein sie sich besonders angezogen fühlen“, berichtet Susanne Krassay.

Kein Totenkult

Im Ruhewald wird die Grabpflege der Natur überlassen. Grabschmuck, Kerzen oder Fotos sind daher nicht erlaubt. „Gerade Hinterbliebene, die in anderen Städten leben oder denen Beruf und Familie wenig Zeit lassen, sind dankbar, dass der Wald die Grabpflege übernimmt“, sagt Susanne Krassay. Im Zentrum des Ruhewaldes liegt der Andachtsplatz, an dem die Verabschiedungen stattfinden.

Seit Generationen im Familienbesitz

Der 7,5 Hektar große Wald, in dem der Ruhewald angelegt ist, gehört bereits seit dem 17. Jahrhundert der Familie von Andreas Krassay. Der Betriebswirt und Familienvater gründete 2017 mit seiner Frau Susanne, einer Architektin, den Ruhewald Luftenberg. „Als Besitzer eines Forstbetriebs lernt man, über Generationen hinweg zu denken“, sagt er. „Ich habe ihn von meinen Vorfahren übernommen, später wird eine unserer Töchter den Forstbetrieb und den Ruhewald führen.“

Zur Sache

Der Ruhewald Luftenberg ist konfessionsfrei und wohnortungebunden. Auch Urnen von Verstorbenen, deren sterbliche Überreste in anderen Ländern kremiert wurden, können durch das jeweilige Bestattungsunternehmen zum Ruhewald verschickt werden. Verabschiedungsfeiern können ganz individuell von den Hinterbliebenen gestaltet werden, von der Zeremonie im kleinsten Rahmen bis zur großen Trauerfeier, mit oder ohne kirchlichen Beistand.

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