Schutz.Rettung.Bienenhilfe
Die vielen Bienen-Killer

Fritz Gusenleitner, Sascha Grünsteidl, David Lindinger, Rudolf Hütter, Alexander Nerat, Franz Graf.
5Bilder
  • Fritz Gusenleitner, Sascha Grünsteidl, David Lindinger, Rudolf Hütter, Alexander Nerat, Franz Graf.
  • hochgeladen von Robert Zinterhof

PERG. „Auf öffentlichen Flächen muss künftig der Natur mehr Raum gegeben werden“, appellierte Landtagsabgeordneter Alexander Nerat Richtung Gemeinden als Schlussfolgerung eines spannenden Abends. Mit diesem informativen Abend wollen die Freiheitlichen das Bewusstsein für eine naturnahe Gestaltung der Umwelt schärfen.

Die Freiheitliche Jugend Bezirks Perg lud zu einer hochkarätigen Podiumsdiskussion „Schutz, Rettung, Bienenhilfe“ in das Gasthaus Wirt in Auhof. Die Besucher kamen über Parteigrenzen hinweg zahlreich.
Pelargonien sind für die Würste. Besser Gewürzkräuter anpflanzen. Die haben doppelten Wert. Beim Blühen für die Insekten, dann für die Küche“, fesselte Fritz Gusenleiter, der ehemalige Leiter des Biologiezentrums Linz die Zuhörer. Pelargonien sind für Wildbienen und fast alle anderen heimischen Insekten völlig uninteressant.

Das leise Sterben
Leise und unbemerkt sterben bei uns die Wildbienen. „Der Verlust der Biodiversität, der Verlust der biologischen Vielfalt, ist die größte Gefahr für ein Leben auf der Erde. Alleine die Wildbienen haben in Österreich einen Bestäubungswert von 300 Millionen Euro. Der Rückgang der Insekten und Vögel in den vergangenen 30 Jahren beträgt bis zu 75 Prozent“, ließ Fritz Gusenleitner die Alarmglocken schrillen.

Haupt-Ursachen des Verlustes der biologischen Vielfalt sind: Land- und Forstwirtschaft, Luftverschmutzung, Stickstoffeinträge, Landversiegelung, Flurbereinigung, Klimawandel und falsche Gartengestaltung. Gusenleitner sieht den Einsatz diverser Pestizide und Insektizide als größte Gefahr für die Artenvielfalt. Dem hielt Franz Graf, Obmann der Freiheitlichen Bauern entgegen: Der Generalverdacht gegen jeden Landwirt als Natur-Vernichter ist nicht angebracht. Pflanzenschutzmittel sind besser geprüft als Medikamente.“ So wie alle anderen Diskussionsteilnehmer betonte Franz Graf, dass der Konsument mit seinem Kaufverhalten großen Einfluss auf die Biodiversität habe.

Grüne Wüsten
Aufhorchen ließ der Imker Rudolf Hütter, der seine Anreise so beschrieb: „Man fährt durch eine grüne Wüste. Das darf nicht sein. Es wird gespritzt, gespritzt, gespritzt. Keine Blumen, keine blühenden Sträucher, Dränagen. Fünf Mal im Jahr mähen. Die Insekten auf den Windschutzscheiben sind weg.“ Hütter forderte ein radikales Umdenken, mehr Blühstreifen, Feldraine und lebende Gärten. 

Blütenlose Gärten im Vormarsch
David Lindinger von der Perger Gärtnerei Kriegergut bestätigte, dass viele Kunden mit ihren Gärten nur wenig Arbeit haben wollen. Rasenroboter sind im Kommen. Manchen Kunden stören Blüten und Blätter am Boden. Steine im Garten sind im Vormarsch. David Lindinger ist natürlich auch ein Verfechter von insektenfreundlichen Anlagen. Besonders am Herzen sind im insektenfreundliche Begrünungen auf Flachdächern.
Moderiert wurde der Abend vom Obmann der Freiheitlichen Jugend Bezirks Perg Sascha Grünsteidl der zusammenfasste: „Ohne Bienen keine Zukunft, ohne Beinen keine Menschen.“ Zum Nachdenken brachte eine Studie: Landwirte haben einen schlechteren Gesundheitszustand als Städter.
Für die Besucher gab es Wiesenblumen-Samen.

Am Schluss der Veranstaltung informierte Alexander Nerat, dass künftig in OÖ auch im Wohngebiet die Bienenhaltung erlaubt wird. Natürlich sind dabei Auflagen zu erfüllen wie ein Mindestabstand zu erfüllen. 
Für die zahlreichen Besucher gab es am Schluss noch Blumensamen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen