Gemeindeforstwarte als Mitkämpfer gegen Borkenkäferplage

Harald Holzweber, Gemeindeforstwart in Pabneukirchen, bei der Arbeit: Vom rechtzeitigen Auffinden (1) und Auszeigen (2) des geschädigten Baumes bis zum Aufarbeiten und abschließenden Abtransport (3) des Holzes.
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  • Harald Holzweber, Gemeindeforstwart in Pabneukirchen, bei der Arbeit: Vom rechtzeitigen Auffinden (1) und Auszeigen (2) des geschädigten Baumes bis zum Aufarbeiten und abschließenden Abtransport (3) des Holzes.
  • Foto: Holzweber
  • hochgeladen von Michael Köck

BEZIRK PERG. Durch Hitze und Trockenheit ist die Borkenkäferpopulation seit dem Frühjahr stark angestiegen. Bis zum Herbst wird sie sich noch deutlich steigern.

"Um die Massenvermehrung einzudämmen und damit großflächiges Absterben von Fichtenwäldern einzuschränken bzw. zu verhindern, ist es besonders wichtig, Befallsherde rechtzeitig zu erkennen und rasch Gegenmaßnahmen zu setzen. Innerhalb von sechs bis acht Wochen muss borkenkäferbefallenes Holz gefällt, aufgearbeitet und aus dem Wald abtransportiert werden", informiert die Bezirkshauptmannschaft Perg.

Förster haben alle Hände voll zu tun

Laufende und fachmännische Kontrolle der Wälder sei unbedingt erforderlich. Die Waldbesitzer im Bezirk Perg hätten eine hohe Waldgesinnung und sind sehr bemüht, Schäden einzugrenzen.  Aufgrund der aktuellen witterungs- und klimabedingt besonders dramatischen Situation kommt aber auch der Forstaufsicht des forsttechnischen Dienstes der Bezirkshauptmannschaft Perg besondere Bedeutung zu. Die beiden Bezirksförster Josef Nussbaumer und Leo Gruber haben mit ihrem Chef Matthias Lettner alle Hände voll zu tun. Sie sind daher besonders dankbar, dass sie bei ihren Aufgaben von sehr engagierten und hoch qualifizierten Gemeindeforstwarten unterstützt werden.

Wichtige Arbeit von Gemeindeforstwarten

„Die Gemeindeforstwarte erfüllen einen besonders wichtigen Dienst. Sie kennen die Waldbestände und die Waldbesitzstrukturen ihres Gemeindegebietes am besten, wissen wo gefährdete Bereiche sind und haben einen laufenden und guten Überblick betreffend die Befallssituation in ihrem Aufsichtsbereich. Sie entdecken deshalb Borkenkäferbefall meist schon im Frühstadium, was für eine effektive Bekämfpung von großer Bedeutung ist“, erklärt Bezirkshauptmann Werner Kreisl die wichtige Rolle der Gemeindeforstwarte.
Der Bezirk Perg sei in der glücklichen Lage, dass in fast allen Gemeinden Gemeindeforstwarte ihren wertvollen Dienst versehen. Die guten lokalen Kenntnisse und der fachmännische Einsatz ermäglichen es, der Borkenkäfergefahr rasch und zumeist auch wirkungsvoll entgegen zu treten. Die Kette der notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen funktioniert deshalb meist rechtzeitig. Noch größerer Schaden an den Waldbeständen wird dadurch oft verhindert. Die Gemeindeforstwarte schützen damit nicht nur den Wald, sondern auch die Waldeigentümer, denn durch ihr beherztes Eingreifen werden auch sonst notwendige forstbehördliche Verfahren vermieden.

"Eskalation der Schäden vermeiden"

Die meist persönlich bekannten Waldbesitzer werden im Fall der Fälle sofort von den Gemeindeforstwarten vom Käferbefall informiert und beraten. Geschädigte Bäume werden ausgezeigt. Viele der Forstwarte sind Forstfacharbeiter und geschult im Umgang mit der Motorsäge. Oft übernehmen sie deshalb auch rasch die Aufarbeitung und kümmern sich um den Abtransport und Verkauf des Schadholzes. Es werden auch Arbeitstrupps und wenn erforderlich Harvestereinsätze organisiert. Einige Gemeindeforstwarte arbeiten auch für den Waldbesitzerverband und sorgen dafür, dass die heimischen Sägewerke mit dem Schadholz beliefert werden und dass der Abtransport so rasch als möglich erfolgt.

„Nur durch die vollständige und sorgfältige Erkennung und Aufarbeitung aller Borkenkäferbäume kann eine weitere Eskalation der Schäden vermieden werden. Dazu braucht es das lokale Know- How und hohe Engagement der Gemeindeforstwarte, die den Wald intensiv kontrollieren. Es bedarf dieser hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Forstbehörde, Gemeindeforstwarten und Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, denn unsere Wälder leisten vielfältige Funktionen für die Öffentlichkeit und stellen eine wichtige Einkommensquelle für die Waldeigentümerinnen dar. Wir müssen alles tun, um nicht zuletzt aus volkswirtschaftlicher Sicht, die Nadelholzvorräte in den oberösterreichischen Wäldern zu erhalten“, so Landesrat Max Hiegelsberger.

„Die Aufgaben der Gemeindefortwarte sind vielfältig, doch derzeit müssen alle Kräfte für die Bekämpfung der heuer besonders großen Borkenkäferplage aufgewendet werden. Seit dem Frühjahr sind die Gemeindeforstwarte unermüdlich im Einsatz und haben hunderte Einsätze durchgeführt. Zum Herbst hin wird sich der Arbeitsaufwand noch steigern. Als zuständiger Bezirksförster bin ich froh und dankbar um das rasche und kompetente Handeln der Gemeindeforstwarte. Sie sind eine ganz besonders wichtige Stütze im Kampf gegen den Borkenkäfer und haben dadurch heuer schon sehr viel größeren Schaden verhindert“, zollt Josef Nussbaumer den Gemeindeforstwarten Respekt und Anerkennung.

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