Thema Kloster
Großer Andrang bei Gemeinderats-Sitzung in Münzbach

Das ehemalige Dominikanerkloster anno 1661 sorgt 2020 für Diskussionen.
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  • Das ehemalige Dominikanerkloster anno 1661 sorgt 2020 für Diskussionen.
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Viele Besucher lauschten am Montag-Abend der Gemeinderatssitzung in Münzbach.

MÜNZBACH. Das in Gemeindebesitz befindliche alte Kloster soll nicht an einen Investor gehen. Und der Musikheim-Neubau am jetzigen Standort noch einmal überdacht werden: Mit diesen Anliegen richtete sich die "Bürgerinitiative zur Rettung des Klostereigentums" ("Birke") an den Gemeinderat – die BezirksRundschau berichtete.

Für Gemeinde zu teuer?

An der Sitzung herrschte großes Interesse. Rund 40 Zuhörer zwängten sich am Montag-Abend in den zu klein gewordenen Sitzungssaal. Vertreter der ÖVP-Fraktion betonten wiederholt: Die Gemeinde kann eine Sanierung des alten Klosters nicht stemmen. "Derartige Investitionen würden die Gemeinde langfristig völlig lahmlegen", so VP-Gemeinderat Johann Prinz. Mehrmals wurden sieben Mio. Euro als mögliche Summe genannt. "Auf lange Sicht kann ich so ein Kloster erhalten", meinte dagegen Richard Hofer (SP).

"Wir haben die Bevölkerung zu wenig informiert"

Wie Bürgermeister Josef Bindreiter (VP) informierte, hatte der Gemeinderat 2014 den Grundsatzbeschluss gefasst, das Projekt öffentlich auszuschreiben. Ein Investor blieb übrig, der auch die Gründe kaufen will. Diese gehören wie der Pfarrhof der Diözese. Der Investor-Entwurf beinhaltete einen großen Zubau mit Wohnungen, Tiefgarage, Veranstaltungsraum und Gastronomie. Diesen Plan hatte der Pfarrgemeinderat abgelehnt und der Ortsbildbeirat eine Überarbeitung empfohlen. Aktuell stehe man laut Ortschef in "sehr positiven" Gesprächen mit Investor und Pfarre. Bindreiter übte aber auch Selbstkritik: "Was man uns vielleicht vorwerfen kann: Wir haben die Bevölkerung zu wenig informiert." Am 4. März wird bei einem Bürger-Info-Abend über das Kloster und die Nahversorgung diskutiert. Der VP-Antrag, nicht in die Verhandlungen einzugreifen und den Grundsatzbeschluss von 2014 nicht zu ändern, wurde angenommen: VP (13) und FP (4) dafür, die SP (2) enthielt sich.

Musikheim-Standort

Der Musikverein Münzbach mit 42 aktiven Musikanten soll ein neues Zuhause bekommen. Die Bürgerinitiative "Birke" äußerte aus Platzgründen Bedenken am geplanten Neubau am jetzigen Standort. Musikvereins-Obmann Leo Langeder, selbst ÖVP-Gemeinderat: "Unser Wunschstandort Nr. 1 ist der jetzige Standort." Ganz wichtig sei die Zentrums-Lage und ein eigenes Gebäude. Mit Anrainern würden Gespräche geführt. Die Größe sei festgelegt und Einwände sollen von Architekten eingearbeitet werden, so Ortschef Bindreiter. Der Antrag, die Planungen am bestehenden Standort fortzusetzen, erhielt 17 Ja-Stimmen (VP, FP). Die SP war dagegen. Hofer (SP): "Man muss sich ein zweites Standbein überlegen. Es wäre schade, wenn es nachher Probleme mit Anrainern gibt."

"Birke" enttäuscht

Enttäuscht zeigten sich nach der Gemeinderats-Sitzung Vertreter der "Birke": Der Antrag zum Musikheim sei nicht so behandelt worden, wie man ihn gestellt habe. Ein Neubau stünde außer Frage, es sei um den Standort gegangen. Beim Thema Kloster seien alternative Varianten nicht einmal diskutiert worden.

Siehe auch:

Bürgerinitiative "Birke" gegen Kloster-Verkauf (Bericht vom 15. Jänner 2020)
Ein frischer Wind für das alte Kloster (Bericht vom 13. Februar 2019)

Autor:

Michael Köck aus Perg

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