"Jeder will helfen, so lange es geht"

In Mitterkirchen beschädigte das 2002er-Hochwasser fast alle Häuser – 2013 ging es sich dank Damm knapp aus (Bild).
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  • In Mitterkirchen beschädigte das 2002er-Hochwasser fast alle Häuser – 2013 ging es sich dank Damm knapp aus (Bild).
  • Foto: Bundesheer/Kermer
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Die Feuerwehren helfen bei Naturkatastrophen – und gehen dabei bis an ihre körperlichen Grenzen.

BEZIRK PERG (mikö). 1991 als junger Kommandant in Naarn, 2002 in der Funktion des Abschnittskommandanten in Perg und 2013 als Bezirksfeuerwehrkommandant: Josef Lindner erlebte drei Mega-Hochwasser hautnah mit.

Hohe körperliche Belastung

"Die körperliche Belastung ist durch den langen Einsatz gegeben. Keiner will aufhören, jeder will helfen, so lange es geht", sagt Lindner. "Die psychische Belastung ist aber stärker, wenn es um Verletzte und Tote geht." Von der Dimension seien solche Naturkatastrophen mit anderen Einsätzen nicht vergleichbar. Der Bezirk Perg ist seit jeher von Donau-Hochwasser besonders betroffen. "Wir haben das längste Donauufer in Oberösterreich", sagt Lindner. Durch den Bau des Kraftwerks Wallsee-Mitterkirchen blieben viele kleinere Hochwasser aus. "Es stellte quasi die erste Phase des Schutzes dar."
Lindner erinnert sich etwa an das Jahr 1985 zurück: Als er am 23. Dezember selbst Säcke bei einem kleineren Hochwasser schlichtete. Oder als die Aist 1991 rasant anstieg und Stiere an die Zille angehängt und so gerettet werden konnten.
Die großen Katastrophen seien schwer miteinander vergleichbar. Unter anderem aufgrund von baulichen Veränderungen. "Jedes Hochwasser hat sein eigenes Bild, seine eigene Dynamik. Es hängt davon ab: Woher kommt das Wasser? Wie schnell steigt es? All das beeinflusst den Feuerwehreinsatz." 2002 seien mehr Menschen betroffen gewesen als 1991. Grund: Neue Gebäude schossen aus dem Boden, der gestiegene Wohlstand schlug sich in der Wohnqualität nieder. "Daher war der Schaden höher."
Der 2012 fertiggestellte Machlanddamm schützt mehr als 22.000 Menschen vor Hochwasser. 2013 bestand er seine erste Bewährungsprobe. "Man darf aber nicht glauben, dass wir durch den Damm nichts mehr zu tun haben. Es haben sich nur die Arbeiten geändert: Dammwache, Auf- und Abbau der mobilen Elemente, reinigen. Solange der Damm nicht überströmt, ist es für uns aber eine Erleichterung."

Mehr Schlamm als früher

Entsprechende Szenarien für den "Fall der Fälle" – also Überlaufen oder Dammbruch – wurden auf Basis des 2013er-Hochwassers erarbeitet. "Das Risikobewusstsein und die Eigenverantwortung der Bevölkerung gehen zurück. Das ist auch bedingt durch den Zuzug von Menschen, die bislang mit keinem Hochwasser Kontakt hatten." Zusehends zum Thema wurde die Verschlammung, die 1991 erstmals stark auftrat und 2002 sowie 2013 noch einmal zunahm.

Autor:

Michael Köck aus Perg

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