Kinderfreunde befürchten: Kindergärten müssen künftig am Nachmittag zusperren

Die Kinderfreunde sehen durch den Elternbeitrag die Vereinbarkeit von Familie und Beruf infrage gestellt.
  • Die Kinderfreunde sehen durch den Elternbeitrag die Vereinbarkeit von Familie und Beruf infrage gestellt.
  • Foto: panthermedia.net/poznyakov
  • hochgeladen von Michael Köck

BEZIRK PERG. Der von der Landesregierung im Zuge von Sparmaßnahmen ab 2018 geplante Elternbeitrag im Kindergarten am Nachmittag sorgt für scharfe Kritik. Die Kinderfreunde Mühlviertel mit Sitz in St. Georgen an der Gusen sprechen von einer "Nachmittags-Strafabgabe". Die SP-Vorfeldorganisation betreibt im ganzen Land Kindergärten, Krabbelstuben, Horte und Nachmittagsbetreuung. "Es ist zu erwarten, dass die geforderte Mindestanzahl von zehn angemeldeten Kindern nicht zustande kommt und die meisten Kindergärten am Nachmittag zusperren", sorgt sich Geschäftsführer Alexander Starzer. Kritisiert wird zudem, dass die Gemeinden auf der Finanzierung sitzen bleiben würden. "Viele Landgemeinden werden die Betreuung am Nachmittag nicht aus eigenen Stücken finanzieren können“, so Starzer. Was das Ende des Nachmittags im Kindergarten für berufstätige Eltern bedeutet, sei nicht auszudenken. "Viele werden vor die Wahl Beruf oder Familie gestellt." Die Erwerbsfähigkeit vieler Mütter sei "akut bedroht". Auch Arbeitsplätze für Helferinnen und Pädagoginnen würden verloren gehen. Kritik kommt auch von SP-Bezirkschef Thomas Punkenhofer und Nationalrätin Sabine Schatz (SP). „Das können wir nicht einfach hinnehmen, das ist ein frauenpolitischer Rückschritt, der Frauen aus der Erwerbsarbeit drängt“, sagt Schatz.

VP: "Panikmache"

"Eine Panikmache ist völlig unangebracht, beruht auf keinerlei Fakten", sagt der Mühlviertler LABg. Josef Rathgeb in Absprache mit der zuständigen Landesrätin Christine Haberlander (VP). Die Einführung sei ein "richtiger Schritt, um die nachhaltige Finanzierbarkeit der Kinderbetreuung abzusichern". Dies entspreche dem Landtags-Grundsatzbekenntnis, keine neuen Schulden zu machen. "Die steigenden Kosten machen eine sozial gestaffelte Beteiligung der Eltern notwendig, so wie es in allen Bundesländern, ausgenommen in Wien, üblich ist", so Rathgeb. In OÖ gebe es eine hervorragende Qualität in der Kinderbetreuung, durch die Beiträge sei ein Ausbau möglich.

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