Lichtermeer für Ute Bock - Es gibt auch ein anderes Österreich

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Gegen Bierzelt Fremdenfeindlichkeit. WIEN. Tausende Menschen, der Veranstalter spricht von über 10.000, nahmen Abschied von „Mama“ Ute Bock. Alt-Bundespräsident Heinz Fischer bedankte sich bei Ute Bock für ihre Hilfe. Bock konnte nicht wegschauen, wenn Hilfe gebraucht wurde. Fischer hat sich selber öfters gefragt, woher das komme, dass man Ute Bock auch kritisierte. Er meinte, er habe eine Antwort für sich gefunden: Bock habe denen, die in der Politik "Sonntagsreden" hielten, ein "schlechtes Gewissen" gemacht und ihnen einen "Spiegel vors Gesicht" gehalten. "Sie haben sich geschämt", so Fischer. Ute Bock sei das Gegenteil von denen gewesen, die im Bierzelt das "Maximum an Fremdenfeindlichkeit" aus den Menschen hervorlockten. Fischer freute sich sehr über die zahlreichen Besucher, die Bock und dem Heldenplatz viel Ehre machten.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hob die die Goßherzigkeit „der Heldin des Alltags“ hervor und sagte: "Sie ist ein Symbol für die Hilfe, die wir geben können, wenn wir es nur wollen".
Durch das zweistündige Programm führte der langjährige Unterstützer von Ute Bock, der Unternehmer Hans Peter Haselsteiner. Er interviewte u.a. Ariane Baron, Mitarbeiterin von Ute Bock, Gea-Geschäftsführer Heinrich Staudinger, Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger, den ehemalige Flüchtlingskoordinator Ferdinand Maier Filmemacher Houchang Allahyari und Standard-Redakteurin Irene Brickner. In den Interviews und an den Menschenmassen wurde an diesem Abend erlebbar: Es gibt auch ein anderes Österreich. Ein Österreich, das Menschen in Not hilft.

https://www.meinbezirk.at/innere-stadt/lokales/10000-kerzen-bei-lichtermeer-fuer-ute-bock-d2395651.html

Zum Abschluss sang Rainhard Fendrich, begleitet von einem Chor, das Lied "Schwarzoderweiss". Zu Wort kamen auch Asylwerber, die „ihrer Mama“ in sehr berührenden Worten dankten.
Lichtermeer
https://www.fraubock.at/ueber-uns/ute-bock

WIEN, BEZIRK.

Ute Bock ist die Gründerin des "Flüchtlingsprojekts Ute Bock" und die Initiatorin zahlreicher humanitärer Projekte im Bereich der Flüchtlingshilfe. Ihr Name steht als Sinnbild für eine menschliche, respektvolle und faire Asylpolitik. Durch Ihr unermüdliches Wirken hat sie es geschafft, geflüchteten Menschen ein Gesicht in der Öffentlichkeit zu verleihen. Zahlreiche Menschen solidarisieren sich nach wie vor mit den Ideen von Ute Bock und legen mit ihr den Grundstein für eine menschliche Asylpolitik und eine gelungene Integration.

Obdach. Beratung. Bildung.

Mit dem "Ute Bock Haus" in der Zohmanngasse hat sie einen Ort der Begegnung geschaffen, an dem Asylwerber Obdach, Bildung und Beratung erhalten. Das "Ute Bock Haus" bietet Platz für 70 Menschen. Hier werden Deutschkurse abgehalten und hier erhalten geflüchtete Menschen einmal in der Woche Lebensmittel. Im "Ute Bock Haus" wird gearbeitet, gelernt und gelebt. 50 externe Wohnungen, die über ganz Wien verteilt sind, werden ebenfalls von den MitarbeiterInnen des "Ute Bock Hauses" betreut und bieten Platz für Familien.

Ute Bock

Ute Bock wurde 1942 in Linz geboren. Im Jahr 1969 nahm sie ihre Arbeit als Erzieherin auf und kam als Angestellte der Gemeinde Wien ins Gesellenheim Zohmanngasse; 1976 übernahm Frau Bock hier die Leitung.

Zu Beginn der 90er Jahre waren es vor allem Kinder aus Gastarbeiterfamilien, die von der Stadt Wien zu Ute Bock geschickt wurden. Später kamen vermehrt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Kriegsgebieten dazu, die in Österreich Asyl suchten. Viele Jahre war Ute Bock die letzte Hoffnung für Jugendliche, die sonst keinen Platz fanden. Wussten SozialarbeiterInnen oder Flüchtlings-BetreuerInnen nicht weiter, schickten sie die Jugendlichen "zur Bock". In der Zohmanngasse wurde niemand - egal woher er stammte - abgewiesen. In Nigeria hat es "Mama Bock" schnell zu einiger Berühmtheit geschafft. Kein anderer setzte sich dermaßen engagiert für die Belange der zahlreichen afrikanischen Flüchtlinge ein, wie Ute Bock. Um auch nach der Pension an ihrem guten Werk weiterarbeiten zu können, gründete sie im Jahr 2000 schließlich den Verein “Flüchtlingsprojekt Ute Bock”. Seither kümmert sie sich ehrenamtlich um Flüchtlinge und Asylwerber.

Zitate:

Heinz Fischer verlieh ihr 2012 das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich mit den Worten: “Die Auszeichnung ist eine symbolische Geste, aber eine deutliche Geste, dass man ihre außergewöhnliche und unorthodoxe Arbeit schätzt und weiß, wie viel Idealismus, Kraft und innere Energie dazugehören".

„Ute Bock opfert sich täglich auf, um Flüchtlingen ihr Leben in Österreich erträglicher zu machen", sagte der Industrielle
Dr. Hans Peter Haselsteiner, als er 2012 das ehemalige Gesellenheim in der Zohmanngasse 28 Ute Bock übergibt, um es wieder zu einer Zufluchtsstätte für junge Asylwerber zu machen.

Elfriede Jelinek wusste Frau Bocks unermüdlichen Einsatz für Flüchtlinge immer zu schätzen: „Sie sind ein Mensch, eine von den Gerechten (...)” und “ haben immer nur helfen wollen.” Dabei ging es Frau Bock stets ums Tun; Bewunderung wie Anfeindung beeinflussten ihr Handeln nicht. “Wenn einer was braucht und ich habs, dann gib ichs ihm.”

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