Lange Nacht der Museen
Millionen-Diebstähle, Morde, eigenes Spital und die Nazis im Ort

Karl Hohensinner, Bürgermeisterin Barbara Payreder, Christl Hochstöger, Obfrau Heimatverein, Vizebürgermeister Manfred Nenning, Karl Wimhofer, Heimatverein, Gemeinderat Josef Lumetsberger.
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  • Karl Hohensinner, Bürgermeisterin Barbara Payreder, Christl Hochstöger, Obfrau Heimatverein, Vizebürgermeister Manfred Nenning, Karl Wimhofer, Heimatverein, Gemeinderat Josef Lumetsberger.
  • Foto: Zinterhof
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PABNEUKIRCHEN. Die Geschichte von Pabneukirchen muss ergänzt, neu geschrieben werden. Der Kultur-Wissenschaftler Karl Hohensinner und Robert Zinterhof präsentierten Vertretern des Heimatvereins und der Gemeinde mehrere Stunden ihre jüngsten Archiv-Forschungen. Bei der "Langen Nacht der Mussen" am 2. Oktober, 20 Uhr,  wird es in der Heimatstube erste Einblicke in die neuen Forschungsarbeiten geben. Hunderte Stunden an Arbeit stecken dahinter.

Spital

Vor über 100 Jahren hatte Pabneukirchen ein Bürgerspital und einen Armenrat. Das Spital war im Haus Markt 24 untergebracht. Es war im heutigen Sinn ein Pflegeheim für Einleger und verarmte Pabneukirchner. Bauern konnten dem Spitalsverein beitreten und einzahlen. Wenn dann ein Einleger bei ihnen krank wurde, so konnten sie diesen im Versorgungshaus unterbringen und so loswerden. Der Armenrat, ein Unterstützungsverein, eine Art Sozialbeihilfe, war vor allem für in der Fremde lebende Pabneukirchner zuständig. Diese konnten vor über 100 Jahren in ihrer neuen Wohngemeinde nicht oder nur sehr schwer Heimatrecht erlangen und blieben auch nach vielen Jahren immer noch in der Heimatgemeinde Pabneukirchen "zuständig".

500 Zeitungen und Illustrierte

Peter Pehböck, geboren in St. Thomas, verbrachte seine Jugend in Pabneukirchen. Er brachte es zu einem der größten Kaffeehausbesitzer in Deutschland. In Dresden führte er zwei Kaffeehäuser in denen über 500 Zeitungen und Illustrierte auflagen. Geöffnet war Tag und Nacht. Pehböck galt als großer Gönner seiner alten Heimat. Viele Bücherspenden kamen jährlich in viele Gemeinden des Bezirks, auch nach Perg und Grein. Hohe Summen spendete er für „Abbrandler“.


Engel und Teufelchen

Neu aufgerollt wurde das Leben des „Engels von Pabneukirchen“ Josefa Ettlinger. Die Hebamme (1886 bis 1973) nahm in Pabneukirchen 2.000 Entbindungen vor. Mit 11 Jahren kam das „Früchtchen“ Anna R. aus Linz in Pflege nach Pabneukirchen. Mit 18 wohnte die junge Frau in einer Wiener Absteige. Mit Männern verübt sie Einbrüche. In Pabneukirchen erleichterte sie den Gastwirt Pilz um 1,5 Millionen Kronen und ließ eine goldene Uhr um drei Millionen Kronen mitgehen. Genau wurde die NS-Zeit aufgearbeitet, mit Listen der Nazis in Pabneukirchen. Wurde in den beiden Pabneukirchner Heimatbüchern (1911 und 1988) festgehalten, dass Pabneukirchen 1147 erstmals erwähnt wurde, fand man Belege von früheren Erwähnungen.

Über 50 Jahre Ortschronist

Karl Hohensinner informierte an diesem Abend über die wissenschaftliche Arbeit zur Auffindung und weiteren Dokumentation heimatkundlicher Bestände und brachte dazu zahlreiche Beispiele. Ohne seine professionelle Hilfe wären nicht so viele „Funde“ möglich gewesen. Robert Zinterhof, über 50 Jahre Ortschronist, beschäftigt sich schon seit der Veröffentlichung des zweiten Heimatbuches, bei dem er über 100 der 200 Seiten schrieb, mit der Heimatgeschichte von Pabneukirchen. „Hohensinner und ich werden weiter forschen und alle Unterlagen dem Heimatverein und der Gemeinde zur Verfügung stellen. Damit ist eine Grundlage für ein neues Heimatbuch gegeben. Nur wegschmeißen soll man unsere Arbeiten nicht. Die meisten Unterlagen zum zweiten Heimatbuch wurden leider entsorgt“, sagt Robert Zinterhof.


Danke der Bürgermeisterin und Obfrau des Heimatvereins

Bürgermeisterin Barbara Payreder zeigte sich bei dieser Arbeits-Präsentation begeistert und erstaunt. Vieles war neu für sie: „Vielen Dank an Karl Hohensinner und Robert Zinterhof für die vielen Stunden, die sie für die Nachforschung und die Suche nach der Geschichte und ‚Geschichten‘ von und rund um Pabneukirchen und Pabneukirchnern bereits aufgewendet haben. Viele sehr interessante Entdeckungen konnten schon ausgehoben werden. Ich ersuche beide, da weiterzuarbeiten. Die Lange Nacht in der Heimatstube wird heuer sicher interessant“ Christl Hochstöger, die derzeit die ausgearbeiteten „Funde“ verwaltet, zeigte sich ebenfalls hoch erfreut, dass sie bei der Aufarbeitung der Geschichte des Ortes professionelle Unterstützung bekommt. Gemeinderat Josef Lumetsberger dachte bereits laut ein neues Heimatbuch an.

Mehr aus dem Bezirk Perg: meinbezirk.at/perg

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