Perg
Mitterkirchner will Biomüll-Entsorgung revolutionieren

Der Biomüll wird in den Schacht gekippt und landet im Betonfertigteil (siehe rechts hinten), das sich unter der Erde befindet.
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  • Der Biomüll wird in den Schacht gekippt und landet im Betonfertigteil (siehe rechts hinten), das sich unter der Erde befindet.
  • hochgeladen von Michael Köck

Der Tüftler Bernhard Hoser lässt mit seiner Idee einer unterirdischen Entsorgung aufhorchen.

PERG, MITTERKIRCHEN. Die Biomüll-Entsorgung revolutionieren will Metallbauer Bernhard Hoser. Zum Einsatz kommt dabei der "Kubio Cool" – eine unterirdische Kühlung für Tierkadaver und Bio-Abfälle. "Es handelt sich um einen Erdkeller zum Lagern von Biomüll, der keine zusätzliche Energie benötigt. Unter der Erde ist es feucht und kühl", erklärt Hoser im Gespräch mit der BezirksRundschau. "Die Idee zu der Erfindung kam mir, weil ein Landwirt Probleme mit seinen Kadavern hatte." Bei bäuerlichen Betrieben ist sein Modell mittlerweile schon sehr gefragt.

Gegen lästige Gerüche

Das Prinzip dahinter: Eine Art Liftschacht aus Betonfertigteilen wird in der Erde vergraben. Dort hinein kommt ein Behälter. Dieser fährt bei Bedarf per Herbemechanismus hoch. Ansonsten bleibt der Schacht mit einem isolierten Deckel luftdicht verschlossen – und keine Gerüche dringen nach außen. Über den Schacht kann der Bio-Abfall eingeworfen werden. Angewendet werden könnte das Konzept etwa bei Wohnbauten – wo es oft lästige Gerüche gibt und die Biotonnen schon mal "kreuz und quer" stehen. Hoser: "Der Einbau in bestehenden Wohnanlagen ist leicht möglich. Der Platzaufwand beträgt 1 x 1 Meter und 1,6 Meter Tiefe, um die Erdkühlung optimal zu nutzen."
Der Tüftler zählt weitere Vorteile auf: Keine unappetitlichen Biotonnen in und außerhalb der Wohnung, problemloses Einwerfen des täglichen Mülls, kein Auswaschen der Biotonne, kein Einfrieren im Winter und keine herumliegenden Tonnen und Deckel, wenn es stürmt. Abtransport und Entsorgung würden vereinfacht. Wohnbaugenossenschaften bekundeten laut Hoser bereits Interesse.

Pilotprojekt in Perg?

Ein Pilotprojekt könnte in der Bezirkshauptstadt Perg starten. Am 21. Jänner präsentierte Hoser dem Gemeinderat seine Idee. Der Umweltausschuss der Stadt setzt sich nun mit dem innovativen Modell auseinander. "Erste Anwendungsbereiche könnten Seniorenheim und Schule sein, wo sich Fehlwürfe nahezu ausschließen lassen", sagte Bürgermeister Anton Froschauer.
Für Hoser ist Bewusstseinsbildung unerlässlich, damit nicht Plastik & Co. im Bio landen. Er sagt: "Es handelt sich ja eigentlich nicht um Bio-Müll, sondern um Kompost. Ein Spruch von mir ist: Wirf nichts Falsches rein, es wird wieder in deinem Gemüse sein." Derzeit schwören schon Landwirte in weiten Teilen Österreichs auf den "Kubio Cool", um Kadaver zwischenzulagern. Für Hoser ist die Zeit nun "reif" für die unterirdische Biomüll-Entsorgung. Mehr auf hoser.at



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