Mumien aus Waldhausen werden nun in München untersucht

Prof. Andreas Nerlich und Pascale Röcker beim Abtransport einer Mumie durch den einzigen Gruftzugang: eine  Fensterluke.
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  • Prof. Andreas Nerlich und Pascale Röcker beim Abtransport einer Mumie durch den einzigen Gruftzugang: eine Fensterluke.
  • Foto: Kunstreferat/Diözesankonservatorat /Wimmer
  • hochgeladen von Michael Köck

In der Gruft unterhalb des ehemaligen Chorherrenstiftes Waldhausen befinden sich drei (Teil-) Mumien, die bislang nicht öffentlich zugänglich waren. Diese werden von Forschern untersucht und sollen später besichtigt werden können.

WALDHAUSEN IM STRUDENGAU, MÜNCHEN. Für ihre naturwissenschaftlich-medizinische Untersuchung konnten der Münchner Pathologe und Mumienexperte Professor Andreas Nerlich und der Rechtsmediziner Professor Oliver Peschel, Konservierungsbeauftragter für die Eismumie „Ötzi“, gewonnen werden.
Dieses Team war bereits 2017/2018 für die Befundung der Mumie aus St. Thomas am Blasenstein, des sogenannten „Luftgselchten Pfarrers“, zuständig. In diesem Fall konnte zum einen die Identität des Toten geklärt werden und zum anderen der Nachweis für einfache Balsamierungsmaßnahmen erbracht werden - siehe Bericht.

Ähnlichkeiten mit Mumie aus St. Thomas

Die Mumien aus Waldhausen sind nicht so gut erhalten wie die prominente Mumie aus St. Thomas, da während der NS-Zeit die Gruft verwüstet wurde und so beispielsweise die einst vorhandenen Textilien größtenteils verloren sind. Erste naturwissenschaftliche Untersuchungen durch Bernhard Mayer (Wien) im Jahr 2001 konnten die Ursache für die Mumifizierung nicht klären. Da zwischen den Mumien aus Waldhausen und jener aus St. Thomas, deren Kirche von den Waldhausener Mönchen betreut wurde, gewisse Ähnlichkeiten bestehen, werden die Ergebnisse mit Spannung erwartet.

Untersuchung im Sommer

Die Waldhausener Mumien wurden am 7. Juni nach München gebracht, wo sie den Sommer über untersucht werden. Nach ihrer Rückkehr sollen sie in einem anderen Teil der Kirchengruft auch im Rahmen von Führungen zu besichtigen sein. Bei der künftigen Präsentation soll behutsam vorgegangen werden, denn die Darstellung eines toten Körpers sollte ja gerade dem Bewusstmachen und der Wissensförderung zu den meist so unbeliebten Themen Tod und Vergänglichkeit dienen.

Verein unterstützt wissenschaftliche Erforschung

Die Unterstützung der Münchner Wissenschaftler bei der Befundung sowie den begleitenden konservatorischen Maßnahmen an den Mumien bedeutet ein großes Entgegenkommen für die Pfarre Waldhausen. Ermöglicht wird dies durch die finanzielle Unterstützung des Vereins „Archäomedizin – Förderverein für interdisziplinäre Paläopathologie e. V.“ in München. Begleitet werden die Maßnahmen durch das Kunstreferat/Diözesankonervatorat der Diözese Linz.

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