Skurrile Laternendeko
Rätseln über St. Georgens fliegende Schuhe

Schau mal was da fliegt! Seit kurzem veredelt ein Paar Schuhe das schon recht dekorative Arrangement aus wildem Wein und Straßenbeleuchtung in der Frankenbergerstraße.
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  • Schau mal was da fliegt! Seit kurzem veredelt ein Paar Schuhe das schon recht dekorative Arrangement aus wildem Wein und Straßenbeleuchtung in der Frankenbergerstraße.
  • hochgeladen von Eckhart Herbe

Verspäteter Faschingsscherz, Jux oder künstlerischer Aktionismus? Mehrere Paar Schuhe, die in zunehmender Menge im Ortszentrum Straßenlampen und Stromleitungen dekorieren, sorgen im langsam wieder aus der Corona-Isolation erwachenden Ort für vielfältige Spekulationen über Hintergründe oder gar versteckte Botschaften.
ST.GEORGEN/GUSEN. Solange der hektische Alltagstrubel samt Aufmerksamkeit bindender Verkehrslawine durch den Ort rauschte, hat sie kaum jemand bemerkt. Doch als sich die Szenerie ab Mitte März fast völlig ausgestorben präsentierte, registrierten immer mehr der spärlichen Autofahrer oder vereinzelten Spaziergänger den seltsamen Schmuck mehrerer Straßenlaternen im Ort. Feinsäuberlich drapiert baumelte je ein Paar schwarzer Halbschuhe über den Querträgern der Lampen an der Mauthausnerstraße bei der ÖBB-Haltestelle und gegenüber der Neuen Mittelschule. Wann genau und vor allem wie sie dorthin gekommen sind, ist den St. Georgenern ein Rätsel.

Immer mehr Schuhpaare in luftiger Höhe

"Irgendwann im März waren die ersten plötzlich da", glauben sich einige Ortsbewohner dunkel zu erinnern.  Ende April erhielt dann auch die Frankenbergerstraße ein fliegendes Schuhpaar.  Dieses mal waren es zusammengeknotete  braun-weiße Leinenpatschen,  wahrscheinlich Damengröße. Umkränzt von Ranken wilden Weins, der sich malerisch in die Komposition auf der Stromleitung einfügt, bildet das Ensemble vor allem bei Sonnenuntergang ein überaus romantisches Stillleben. Irgendwann am ersten Maiwochenende kam wieder ein neues Paar, dieses mal Sportschuhe, in der Bahnhofstraße beim Gusensteg dazu. Mit dem Kirchturm im Hintergrund ebenfalls sehr pittoresk arrangiert. Und wenigen Tage später schaffte es ein Paar sogar auf eine prominente Position fast am Marktplatz und baumelt seither fröhlich zwischen Fleischerei Böhm und Gasthaus Saboutage. Fast zur gleichen Zeit tauchte ein weiteres an der Mauthausnerstraße auf - zwischen ehemaligem Heimathaus und dem alten Bernreiterhaus. 

Jux oder künstlerische Botschaft?

Aber was ist die Botschaft?  Und warum überhaupt?  Und wie das Werk gelungen, ohne bei seiner Realisierung aufzufallen? Die Treter in vier bis fünf Metern Höhe so zu platzieren, erfordert nämlich einen mehr als kräftigen Wurfarm, Zielgenauigkeit und wohl eine ganze Reihe Versuche. Also eher unwahrscheinlich für eine nächtliche "b'soffene G'schicht". Was dann? Eine Guerilla-Marketingaktion eines Schuhhändlers? Vorab-Anregung kreativer Bürger zum geplanten Gestaltungsprojekt für die Ortsmitte? Oder ist es gar künstlerischer Aktionismus mit der Botschaft, sich trotz Virus eine gewisse Leichtigkeit zu bewahren?
Kunstsinnige vermeinen sogar, eine Anspielung auf die "Readymades" zu erkennen. Das sind Exponate jener bizarren "Konzeptkunst" und Vorläuferin von Surrealismus und Dadaismus, die den Franzosen Marcel Duchamp vor gut hundert Jahren weltberühmt machte. Der gute Mann erklärte einfach völlig banale Alltagsgegenstände zu Kunstwerken. Ja genau , das war jener, welcher zuerst mit einer auf einem Hocker montierten Radfelge , später auch mit einem Flaschentrockner und - als Highlight - dekorativ aufgehängten Pissoirmuscheln die Kunstwelt je nach Sichtweise verstörte oder begeisterte. Hat er anno 2020 einen Nachahmer gefunden? Oder ist es ein nun dreidimensional-gegenständlicher Dialog mit dem aktionistischen Werk in 2D von Sprayer G-Town (die BezirksRundschau berichtete), um den Gusenmarkt in den Fokus der internationalen Kunstszene zu rücken?

Wer steckt dahinter?

Bislang bleibt alles Spekulation, solange der Schöpfer einer vielleicht neuen Stilrichtung - wie wäre es etwa mit "Aero-Sneakerismus" - provokativ im Dunkeln bleibt. Wer hat einen Tipp dazu? Wir würden gerne unsere Leserschaft aufklären - Hinweise nimmt die Redaktion dankend entgegen.

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