Polizei warnt
Saison der Dämmerungseinbrüche beginnt

2Bilder

Schön langsam werden die Tage kürzer. Die Polizei rät zur Wachsamkeit in der finsteren Jahreszeit.

BEZIRK PERG. Wenn Ende Oktober die Uhren um eine Stunde zurückgestellt werden, wird es von einen Tag auf den anderen noch früher dunkel. Die Abenddämmerung erleichtert es Einbrechern, unbemerkt in Wohnungen und Häuser einzudringen. Auch unversperrte Autos vor Wohnhäusern luden kürzlich in St. Georgen/Gusen und Luftenberg zum Diebstahl ein. "Wir sind jetzt verstärkt in Siedlungsgebieten unterwegs, um Täter abzuschrecken", informiert Bezirkspolizeikommandant Florian Engler. "Es ist aber auch jeder Einzelne gefordert, in seinem Bereich Vorsorge zu treffen." Das bedeutet zuallererst, Türen und Fenster – ebenso wie Autos – auch bei kurzer Abwesenheit zu versperren. "Ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher wie geöffnet. Das ist innerhalb von wenigen Sekunden offen." Auch die Versicherung steige dann aus. Laut Engler sei es "absolute Ausnahme", dass eingebrochen wird, wenn jemand zu Hause ist. Bedeutet umgekehrt, dass Bewohner darauf achten sollten, eindeutige Zeichen der Abwesenheit, wie einen überquellenden Briefkasten, zu vermeiden.

Schwachstellen am Haus erkennen

"Einbrecher suchen die schwächste Stelle des Hauses. Das ist in der Regel ein Fenster oder eine Terrassentür, selten die Haustür", so Engler. Er rät, auf hochwertige Schlösser und Sicherheitsnormen zu setzen. Unmöglich machen diese Maßnahmen einen Einbruch nicht, aber "je länger es dauert, desto eher sind Einbrecher geneigt, aufzugeben." Vor allem an Hausseiten, die schwer einsehbar sind, machen sich Täter gern zu schaffen. Die Abschirmung vor neugierigen Blicken durch dichte, hohe Hecken bietet leider auch Eindringlingen Sichtschutz. "Wenn man sich die Investition leisten kann, ist eine Alarmanlage sinnvoll", so der Polizeikommandant.

Täter nicht angreifen

Was, wenn man den Täter überrascht oder dieser gar nicht gemerkt hat, dass sich jemand im Haus befindet? "Einbrecher sind fast immer Täter, die es auf Vermögen abgesehen haben und dazu tendieren, die Flucht zu ergreifen", erklärt Engler. Wenn man merkt, dass sich ein Unbekannter im Haus befindet, sollte man deshalb auf sich aufmerksam machen. Auch wenn man allein im Haus ist, ist es ratsam, so zu tun, als ob man mit jemand anders – etwa dem Partner – sprechen würde. Die Polizei rät aber nicht dazu, auf Konfrontation zu gehen. Jegliche Hinweise erleichtern die Aufklärungsarbeit. "Wir ersuchen die Leute deshalb, verdächtige Wahrnehmungen der Polizei mitzuteilen", sagt Engler. Dazu gehören Personen und Autos, für deren Anwesenheit es in einer Siedlung keinen plausiblen Grund gibt.

Tipps von der Polizei

29 Mal wurde zwischen September 2018 und Juli 2019 im Bezirk Perg in Wohnungen und Häuser eingebrochen. Österreichweit schafften es die Einbrecher in fast der Hälfte der Fälle nicht, ihre Tat zu vollenden. "Präventionsmaßnahmen der Bevölkerung zeigen Wirkung", heißt es dazu von der Polizei, die Sicherheitstipps gibt:

  • Viel Licht im Innen- und Außenbereich, zum Beispiel auch durch Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren bei Abwesenheit. Kellerabgänge und Mauernischen beleuchten.
  • Auch bei kurzer Abwesenheit Türen und Fenster verriegeln. Ein gekipptes Fenster ist für Einbrecher wie ein offenes Fenster, auch bei versperrten Fenstergriffen.
  • Bei Gegensprechanlagen: Nicht sofort öffnen, sondern zuerst nachfragen, wer aus welchem Grund Einlass will.
  • Haustürschlüssel nicht unter Fußabtretern oder in Blumentöpfen verstecken.
  • Keine großen Summen an Bargeld zu Hause aufbewahren. Wertsachen in einem Safe lagern.
  • Nachbarschaft: Kontakt halten, Telefonnummern austauschen, ungewöhnliche Aktivitäten erkennen.
  • Grundstück nicht übermäßig durch Bäume, Sträucher und Hecken einfrieden, diese bieten Einbrechern Sichtschutz.
  • Leitern und Werkzeug im Haus verwahren, sie stellen praktische Helfer für Einbrecher dar.

Die Polizeiinspektionen in der Region bieten kriminalpolizeiliche Beratungen an. Telefonisch unter der Polizei-Servicenummer 059/133.

Wolfgang Leitner von der Polizei Perg bei der Spurensicherung – oft die einzige Möglichkeit, Einbrecher auszuforschen.
Autor:

Helene Leonhardsberger aus Perg

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil
Die wichtigsten Nachrichten per Push Mitteilung direkt aufs Handy! Jetzt für Deinen Bezirk anmelden!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.