Deckengestaltung im Haus der Erinnerung
"Steiniger Weg" auf 44 Quadratmetern

Mit großformatigen Bildelementen holt Renate Moran die berückende Atmosphäre der Stollen ins Haus der Erinnerung.
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  • Mit großformatigen Bildelementen holt Renate Moran die berückende Atmosphäre der Stollen ins Haus der Erinnerung.
  • Foto: Eckhart Herbe
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Die Linzer Künstlerin Renate Moran erzählt im St. Georgener Haus der Erinnerung auf 44 Quadratmetern der Akustikdecke in insgesamt neun Stationen vom Leben und  Sterben im unterirdischen Flugzeugwerk, aber auch von Hoffnung und Frieden. Bei der Vernissage am 10. August stellte sie ihr Werk vor.
ST.GEORGEN/GUSEN. "Als ich eingeladen wurde,die Akustikdecke im Haus der Erinnerung zu gestalten, habe ich mich intensiv mit den Ereignissen an diesem Platz beschäftigt. Sukzessive haben mir die dramatischen Eindrücke, die ich so erfahren habe, den Schlaf geraubt. Viel hat meine Generation ja in ihrer Schulzeit nicht mitbekommen. Eltern und Großeltern haben sie meist versteckt oder verdrängt und bis heute fehlen in unseren Schulen Pflichtgegenstände, die ganz bewusst Respekt und Konfliktlösung vermitteln, oder den Wert von Demokratie und Freiheit", erzählt Renate Moran. Für den Rundgang hat sie deshalb kleine Spiegel mitgebracht und fordert die Besucher zwischenzeitlich immer wieder auf, hineinzusehen.  Gesicht und Kopf zu den Inhalten der Deckenbilder in Bezug zu setzen und sich selbst zu fragen, wie weit Zivilcourage, Hin- oder Wegsehen bei jedem Einzelnen gehen würde, wäre nicht 2020 sondern 1944. 

Virtueller Stollen erzählt Geschichten

Im großen Raum des Hauses der Erinnerung sind sechs überdimensionale Bildelemente in die Holzkonstruktion des Daches eingelassen. Sie wirken dadurch wie die Decke eines Stollens. Schwere, dunkle Steine im Raumzentrum, die jeden Moment abzustürzen scheinen,  vermitteln die Bedrückung dieses Ortes. Der Weg führt weiter zu seitenverkehrten Häftlingsnummern, vermittelt die Entmenschlichung, den Gequälten nicht einmal ihre Namen zu lassen. Erst in den vorgehaltenen kleinen Spiegeln erscheinen die Nummern seitenrichtig. Sukzessive werden aus den Steinen Köpfe, ebenso formen sich in weiteren Deckenelementen Gesichter aus dem lungenzerstörenden feinen Quarzsand, in den die Stollen hineingetrieben wurden. 
Im zweiten Raum finden dann Hoffnung und Frieden in bunten Motiven Platz. Aus dem blutgetränkten Boden wächst Gras, Korn als Frucht des Frieden sprießt als Symbol für die vorgebliche Reife der Menschen heutiger Tage , verbunden mit der Frage, ob wir das denn auch tatsächlich sind.
"Ich möchte uns und nachkommende Generationen zum Denken herausfordern. Beim Betrachten der Bilder sollen wir uns in Richtung Vorsicht bewegen, ganz bewusst auf das Wie und Was achten. Auf die Art, mit der wir mit heutigen Menschenthemen und -dramen umgehen, damit sich Ereignisse wie hier in Bergkristall oder in den Lagern der NS -Zeit nie wieder wiederholen", so Renate Moran. Ihr Werk ist - im Moment besonders impressiv in Kombination mit den NS-Kinderbildern von Manfred Bockelmann - während der Öffnungszeiten des Hauses der Erinnerung und bei Veranstaltungen zu besichtigen.

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