Sicher im Internet
Wenn das Handy die Welt bedeutet

Roland Tober, Lehrer an der NMS St. Georgen am Walde, mit Lisa, Laura, Mathias und Marcel aus der Tablet-Klasse.
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  • Roland Tober, Lehrer an der NMS St. Georgen am Walde, mit Lisa, Laura, Mathias und Marcel aus der Tablet-Klasse.
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In den Weiten des Internets lauern mitunter Gefahren für Kinder und Jugendliche.

MÜNZBACH, ST. GEORGEN/WALDE. Das Internet ist mittlerweile nicht mehr aus unserem privaten und beruflichen Alltag wegzudenken. Auch Kinder und Jugendliche verbringen teilweise viele Stunden ihres Tages im Netz. Was fasziniert junge Leute am Internet? "Online-Spiele, soziale Medien wie Instagram, SnapChat und TikTok und Messenger-Dienste wie WhatsApp liegen bei den Kids im Trend", erzählt Julia Buchmayr. Als "WebChecker"-Trainerin im Auftrag von "4YOUgend" hält die Münzbacherin regelmäßig Workshops für Kinder und Jugendliche ab. Schüler ab der dritten Klasse Volksschule bis zu höheren Schulen lernen dabei, worauf sie im Umgang mit Internet, Handy und Apps aufpassen müssen. "Die Video-Plattform YouTube ist für Kinder besonders spannend. Diverse YouTuber sind für die jungen Leute sogar Vorbilder", sagt Buchmayr. "Den Kids ist selbst nicht so bewusst, wie stark sie sich von diesen beeinflussen lassen." Das Internet ermöglicht leider auch den Zugang zu problematischen Inhalten wie Gewalt und Pornografie. "Gruselige Videos, Kettenbriefe mit Drohungen, Falschnachrichten und Anfragen von Fremden – teilweise mit unangenehmen Andeutungen – sind Themen, die Kindern und Jugendlichen Angst machen", so Buchmayr. Junge User tappen ihrer Erfahrung nach auch manchmal in finanzielle Fallen wie kostenpflichtige Optionen in Gratis-Apps. Ein weiteres Problem sei der zu freizügige Umgang mit persönlichen Informationen und Fotos.

Eltern sollen Interesse zeigen

Für Eltern wird es fast unmöglich, zu kontrollieren, was ihr Nachwuchs im Netz treibt. Das Allerwichtigste sei, dass Eltern Interesse an den digitalen Aktivitäten ihrer Sprösslinge zeigen, meint Buchmayr. Kinder und Eltern sollten gemeinsam Inhalte im Netz hinterfragen und Risiken besprechen. Feste Regeln geben den jungen Nutzern Struktur im Umgang mit Handy und Internet. "In problematischen Situationen sollten Eltern ihre Kinder unterstützen statt sie zu schimpfen", rät Buchmayr. Nicht zuletzt könnten sich die Erwachsenen auch einiges von ihren Kindern zeigen und erklären lassen.

Sicher surfen in Tablet-Klasse

Das Land Oberösterreich stattete 2017 die ersten Klassen von vier Neuen Mittelschulen im Bundesland mit Tablets aus – eine davon war St. Georgen am Walde. Bei diesem Projekt "Lernen, inspirieren und fördern mit Tablets" (LIFT) sollen die Schüler ihre Tablets in allen Unterrichtsgegenständen benützen. Neben eLearning wird in der NMS St. Georgen am Walde auch sicheres Surfen groß geschrieben. „Beim Click & Check-Workshop im vergangenen November wurde unseren Schülern an drei Tagen ein verantwortungsvoller Umgang mit Handy und Internet vermittelt. Auch beim Vernetzungstreffen 'Gewalt – Schule – Medien' waren wir dabei“, informiert Direktor Erwin Bindreiter. Im zweiten Semester finden in der NMS St. Georgen am Walde mehrere Workshops statt, in denen die Kids achtsames Verhalten im Internet lernen. Themen sind unter anderem „Cyber-Mobbing“, der richtige Umgang in Online-Chaträumen und der eigene digitale Fußabdruck.

Zur Sache

Der Grat zwischen Spaß und Psychoterror ist bei vielen Internet-Phänomenen schmal. So zum Beispiel beim "Happy Slapping": Ein überraschender körperlicher Angriff auf eine andere Person, der mit dem Handy gefilmt wird. Die Opfer werden teilweise mit der Verbreitung der Videos gedemütigt.
"Cyber-Grooming" bezeichnet das Einschmeicheln via Internet, um Chat-Partner anschließend zu sexuellen Handlungen, Fotos oder Ähnlichem zu überreden. Opfer sind oft Kinder und Jugendliche.

Eine Webseite mit vielen Tipps für Eltern, Lehrer und Jugendliche und weiterführenden Informationen zum Thema: saferinternet.at

Workshop-Angebote für Schulklassen, Jugendliche und junge Erwachsene finden Sie online unter junginooe.at/webchecker

Roland Tober, Lehrer an der NMS St. Georgen am Walde, mit Lisa, Laura, Mathias und Marcel aus der Tablet-Klasse.
Julia Buchmayr, WebChecker-Trainerin aus Münzbach.

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