Wo im Bezirk Perg einst wilde Tiere lebten

Wölfe und Bären lebten früher in Waldhausen, auch in Windhaag dürfte es einen "Wolfsfelsen" gegeben haben.
  • Wölfe und Bären lebten früher in Waldhausen, auch in Windhaag dürfte es einen "Wolfsfelsen" gegeben haben.
  • Foto: imagepower/panthermedia.net
  • hochgeladen von Michael Köck

BEZIRK PERG. Wölfe wie jener in Bad Kreuzen sind heute eine Seltenheit und sorgen für Schlagzeilen. Tatsächlich gab es früher aber wilde Tiere. Überliefert sind sie für Waldhausen, wie der Greiner Kulturhistoriker und Namenforscher Karl Hohensinner weiß. "Fängt einer Luchse, Marder, Füchse, Dachse, Bären oder Wölfe, der muss die Bälge dem Probst von Waldhausen zum Kauf anbieten. Wer sie jemand anderem verkauft, wird bestraft", heißt es in der Rechtsordnung von Waldhausen um 1550. Die Pfoten wurden als Abwehrzauber – zum Schutz vor Dämonen – an die Tür des ehemaligen Waldhausner Klosters genagelt.

Bär biss Jäger des Kaisers

Am 6. Dezember 1500 kaufte Kaiser Maximilian I. in Grein Handschuhe aus Wolfspelz um 15 Kreuzer. Einer seiner Jäger wurde in Waldhausen von einem Bären gebissen. Besonders tragisch: Laut alten Aufzeichnungen wurde in Dimbach im 17. Jahrhundert ein Bub von einem Wolf getötet. In Windhaag/Perg gibt es die Bauernhäuser "Kleinwolfstein" und "Wolfsteiner". "Ich glaube, dass es sich um einen Felsen gehandelt hat, wo sich gerne Wölfe aufgehalten haben", so Hohensinner.

Der Name Wolfsschlucht

Im Gegensatz zur Wolfsschlucht in Bad Kreuzen: "Schlucht" wurde im 19. Jahrhundert wegen des Tourismus' eingeführt. "Vermutlich ist sie eine Nachbennung einer Oper", sagt Hohensinner. Im Stück "Der Freischütz" kommt der Ausdruck vor. Es sei unwahrscheinlich, dass hier einst Wölfe lebten. Weil wenige hundert Meter entfernt die große Burg Kreuzen ragt und dort reges Treiben herrschte. Wobei: Frühere Wölfe wurden möglicherweise durch Abfälle angelockt, die von den Burgen ins Tal geworfen wurden. So war es früher üblich, dass Ritter abgenagte Knochen und zerbrochenes Geschirr einfach beim Fenster hinauswarfen. So gesehen könnten die Höhlen in der Wolfsschlucht doch von Wölfen bewohnt gewesen sein. Das ist aber Spekulation.
Auch Luchse dürfte es gegeben haben: In der Nähe der Wolfsschlucht gab es einen Katzenbach, bei Grein einen Katzengraben. Ein Bauernhaus in Dimbach heißt Katzengrub. "Mit großer Wahrscheinlichkeit sind unter 'Katzen' die damals heimischen Luchse zu verstehen, deren Pelze wertvoll waren", so Hohensinner.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen