Unbezahlte Überstunden oft Thema in AK-Beratung

Kurt Punzenberger, Rechtsberater der Arbeiterkammer Perg.
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BEZIRK (ulo). "Ein Dauerthema im Rechtsschutz der Arbeiterkammer sind nicht bezahlte Mehr- und Überstunden. Das ist eine eigenartige Situation: Einerseits verlangen Unternehmer – oft gegen den Willen der Arbeitnehmer – Überstunden, andererseits sind sie vielfach nicht zur ordentlichen Abgeltung bereit", so Kurt Punzenberger, Rechtsberater der Arbeiterkammer Perg.

Laut Daten der Statistik Austria, von Eurostat und aus Eigenberechnungen der Arbeiterkammer haben im vergangenen Jahr rund 722.300 Arbeitnehmer regelmäßig,
Woche für Woche, 299 Millionen Überstunden erbracht. Im Schnitt arbeiten
Österreichs Vollzeitbeschäftigte jede Woche 40,2 Stunden – um etwa eine
Stunde länger als der Durchschnitt in den 17 Euro-Ländern, so die AK.

Der regelmäßige Einsatz von Über- und Mehrarbeitsstunden muss nach Ansicht
der AK für Unternehmen unattraktiver werden. Außerdem sollen die Betriebsräte
bei der Personalbemessung mitbestimmen dürfen und das Arbeitsinspektorat
bei wirksamen Arbeitszeit-Kontrollen gestärkt werden.

Punzenberger: "Viele Arbeitgeber glauben, dass mit Pauschal- und All-In-Verträgen alle Mehr- und Überstunden abgegolten sind. Dem ist aber nicht so. Abgedeckt sind damit nur die definierten Überstunden (entweder prozentuell von der Normalarbeitszeit oder in absoluten Zahlen angegeben). Die darüber hinaus geleistete Mehrarbeit muss gesondert bezahlt werden." Er schildert ein Beispiel aus der Praxis: "Ein Lebensmitteltechniker aus dem Bezirk hatte über eine Pauschalvereinbarung hinaus innerhalb von vier Monaten 320 Überstunden gearbeitet. Das Unternehmen hat diese Stunden nicht bezahlt, deshalb wandte sich der Arbeitnehmer an die Arbeiterkammer Perg. Außerdem war er kollektivvertraglich falsch eingestuft worden, was auch Auswirkungen auf die Bezahlung der Mehrarbeit hat. Das Unternehmen zahlte zwar einen Teil der Forderungen aufgrund der AK-Intervention nach, blieb aber einen Teil schuldig. Deshalb ging die AK vor Gericht. Noch vor einem Verfahren einigten sich die Firma und der Arbeitnehmer auf einen außergerichtlichen Vergleich. Über 5000 Euro brutto (Überstunden und Einstufung) bekam der Mann schließlich nach Einschreiten der AK nachbezahlt."

Autor:

Ulrike Plank aus Perg

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