23.11.2016, 13:02 Uhr

Mehr Solidarität für HIV-Infizierte

Die Rote Schleife soll die Solidarität mit den HIV-Infizierten sein. (Foto: panthermedia/Denis Nata)
RIED/RIEDMARK. Seit 1988 wird jedes Jahr am 1. Dezember auf die Immunschwächekrankheit Aids aufmerksam gemacht. Vor allem das Wissen über die Krankheit in der Bevölkerung soll an diesem Tag gestärkt werden. Für Ingrid Neumeier von der Aidshilfe Oberösterreich hat der Welt-Aids-Tag natürlich einen besonders hohen Stellenwert. "Einerseits ist der Tag aus beruflicher Sicht sehr wichtig, andererseits ist es für mich persönlich wichtig, dass man Solidarität mit HIV-Infizierten Menschen zeigt." Ausgelöst durch das HI-Virus, bewirkt Aids, dass das Immunssystem nach acht bis zehn Jahren derart geschwächt ist, dass bereits harmlos erscheinende Erkrankungen lebensgefährlich sein können. Eine Heilung gibt es bis heute nicht, jedoch kann die Lebenserwartung von Infizierten durch eine spezielle Medikamententherapie gesteigert werden. Noch heute sind aber viele der Meinung, dass man HIV-Patienten nicht einmal die Hand schütteln sollte. Auch deshalb gehen nur wenige Menschen offen mit ihrer Erkrankung um. "Durch das Unwissen in der Bevölkerung kommt es auch heute noch zu diskriminierenden Reaktionen", so die gebürtige Riederin. Die Übertragung des HI-Virus kann jedoch nur durch Körperflüssigkeiten sowie Muttermilch erfolgen. Die häufigsten Infektionswege sind Anal- und Vaginalverkehr ohne Kondom und der Gebrauch von bereits gebrauchten Spritzen bei intravenösem Drogenkonsum.

Frühe Diagnose ist wichtig

"Das gefährliche an HIV ist, dass es meistens lange unentdeckt bleibt", so Neumeier. Eine frühe Diagnosestellung ist jedoch von enormer Bedeutung, um nicht noch mehr Menschen anzustecken. Außerdem ist die Geschlechtskrankheit im Frühstadium natürlich besser behandelbar. Grundsätzlich müssen Infizierte alle drei Monate zur Untersuchung, um die Wirkung der Medikamente überprüfen zu lassen. Heutzutage ist die Lebenserwartung mit einer guten Medikamententherapie sogar ähnlich hoch wie bei nicht HIV-positiven Menschen. "Eine frühe Diagnosestellung, gute Medikamenteneinstellung und ein gesunder Lebensstil verlängern die Lebenserwartung enorm", erklärt Ingrid Neumeier. Am Samstag, 3. Dezember, veranstaltet die Aidshilfe Oberösterreich das "Red Ribbon Clubbing" in Linz, bei dem Solidarität mit den Betroffenen gezeigt werden soll.

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