05.07.2017, 07:35 Uhr

Auf Nachtstreife mit der Perger Polizei

"Guten Abend, Verkehrskontrolle, Führerschein und Zulassungsschein bitte" – die Greiner Polizei kontrollierte an der B3.

BezirksRundschau war bei Kontrollen auf B3, in Nachtlokal sowie in Asylwerber-Unterkunft dabei.

BEZIRK PERG (mikö). Die Uhr bei der Polizei Perg zeigt exakt 20.30 Uhr an. Über den Polizeifunk sind Geräusche zu vernehmen. Im ersten Stock wartet Andreas Lumetsberger, der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant. Die BezirksRundschau wird den erfahrenen Polizisten in dieser Samstag-Nacht bei einer Sonderstreife begleiten.

Die weißen Ausweise

Erstes Ziel sind die Polizei Grein und eine Asylwerber-Unterkunft in St. Nikola. "Wir halten laufend Kontakt mit den Betreuern, wegen möglicher Probleme", sagt Lumetsberger. Kontrolliert werde bei einem Besuch, ob alle Flüchtlinge legal hier sind. Außerdem hätten die Kontrollen präventiven Charakter. Die Flüchtlinge kramen ihre weißen Ausweise hervor, die auf ihren Asylwerber-Status hindeuten. 60 Menschen sind in zwei Stockwerken untergebracht, darunter viele Familien. Die Polizisten David Huber und Jakob Wintersberger erhalten Unterstützung vom Heimleiter als Dolmetscher. "Alles okay", resümieren die Beamten.

Alkohol macht Probleme

Zurück geht es in die Donaustadt Grein. An der B3 stoppen der Greiner Postenkommandant Felix Radinger und Reinhold Nenning Fahrzeuge. "Technisch sind die Autos heute in einem guten Zustand, auch kommt es kaum mehr vor, dass das Pickerl abgelaufen ist", weiß Radinger. Durch die Alko-Vortests gebe es mehr Kontrollen und weniger Alkolenker. Im Bezirk müssen pro Jahr etwa 4.000 Menschen ins Röhrchen blasen. Die Perger Polizeistreife war indes schon bei der Beach Party in Windhaag. "Bei Zeltfesten ist es üblich, vorab mit Veranstaltern und dem Chef der Securitys zu sprechen. Auf den Jugendschutz wird speziell hingewiesen", sagt Lumetsberger. Bei einem Besuch um etwa halb 2 Uhr Früh ist alles ruhig. Lumetsberger unterhält sich mit den Securitys. Fünf Mann sorgen hier für einen reibungslosen Ablauf. Ein Anruf ereilt um etwa 2 Uhr die Polizei in Mauthausen: Ein Mädchen soll in einem Lokal K.-o.-Tropfen erhalten haben. Das vermuten zumindest ihre Bekannten aufgrund ihres schlechten Zustands. Beim Lokalaugenschein wird ein Alko-Vortest durchgeführt, der 1,6 Promille ergibt. Kurze Zeit später fährt das Rote Kreuz vor. Die alkoholisierte Frau wird in ein Linzer Spital gebracht. Eine Blutuntersuchung stellt keine Hinweise auf K.o.-Tropfen fest.

Notruf kurz vor 4 Uhr

Mittlerweile ist es 3 Uhr. Es geht zur Kontrolle in ein Perger Nachtlokal. Das Gesetz schreibt Prostituierten regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen vor. Ergebnis: Alle Damen waren erst kürzlich beim Amtsarzt. Um kurz vor 4 Uhr Früh geht bei der Polizei Perg ein Notruf ein. Die Polizei zeigte den Verdächtigen später wegen sexueller Belästigung einer Frau an. Außerdem musste er seinen Führerschein abgeben, weil er bei der später durchgeführten Vernehmung am Sonntag noch stark alkoholisiert war. Die Nachtstreife geht dem Ende zu, die Sonne ist aufgegangen. Am Perger Revier unterhalten sich Postenkommandant Reinhold Barth und Lumetsberger. "Eine eher ruhige Nacht", sagt Lumetsberger.
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