19.10.2016, 20:30 Uhr

Auswanderer Andreas Suppan: "Die Perger fehlen mir"

Auswanderer Andreas Suppan im Trachten-Radgewand auf einer seiner 100-Kilometer-Runden auf Gran Canaria. (Foto: Foto: www.cyclo-canaria.com)

Tausche Bagger gegen Fahrrad: Vor fünf Jahren zog der Perger Habau-Manager nach Gran Canaria.

PERG, MELONERAS, MASPALOMAS (up). Vom Top-Manager in Perg zum Radverleih-Besitzer in Meloneras, Gran Canaria: Diesen Schritt wagte Andreas Suppan vor fünf Jahren.
"Ich war Bereichsleiter bei Habau. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich nach knapp 27 Jahren Firmenzugehörigkeit gekündigt, um meine Gesundheit wiederzugewinnen – was aufgrund des gesündesten Klimas der Welt auf Gran Canaria auch gelungen ist", erklärt der 53-Jährige. Ungefähr ein Jahr lang dauerte die Entscheidungsfindung, bevor es gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Richtung Spanien ging. "Ich habe daheim alles verkauft, das Haus, den Porsche, den Alfa, alles zu Geld gemacht", so Suppan.

Vom Hobby zum Beruf

Unterstützt wurde der Auswanderer von zwei Bekannten vor Ort. "Die beiden haben mir sehr viel geholfen, mit der Sprache und bei den nötigen Terminen. Professionelle Begleitung am Anfang ist extrem wichtig", weiß Suppan. Er hatte im Vorfeld bereits 16 Mal die Insel besucht, meist zum Radfahren, das sich schließlich vom Hobby zum Beruf entwickelte. "Ich betreibe einen exklusiven Radverleih mit Marken wie Airstreeem, Scott oder Specialized. Das Hauptgeschäft machen wir mit Rennrädern und E-Bikes. Letztere sind die Zukunft, damit kann jeder auch in die Berge fahren. Wir bieten auch geführte Touren."

"Die Menschen hier sind superlieb und hilfsbereit, aber du kannst ihnen beim Gehen die Hosen flicken"


Das angenehme Klima und die gute Betreuung schätzen auch viele österreichische Radclubs, die zum Trainieren nach Gran Canaria kommen. Unter seinen bis zu sechs Mitarbeitern sind ebenfalls immer wieder Österreicher. "Es ist schwierig, gutes Personal zu finden. Die Menschen hier sind superlieb und hilfsbereit, aber du kannst ihnen beim Gehen die Hosen flicken. Aus dem Management bin ich anderes Arbeiten gewohnt", meint Suppan. Einige Wochen im Jahr verbringt er in der Alpenrepublik, auch um geschäftliche Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, wie beim Ötztaler Radmarathon oder bei der Eurobike, der größten Radmesse der Welt in Friedrichshafen. "Ich vermisse Perg sehr, die Menschen fehlen mir. Freunde bleiben, Bekannte verliert man. Wenn ich in Pension bin, möchte ich im Sommer in Österreich leben und im Winter auf Gran Canaria."

Fünf Tipps für Auswanderer von Andreas Suppan

• Das persönliche Umfeld muss die Entscheidung mittragen
• Man muss sich mit der Mentalität der Leute vor Ort abfinden
• Wichtig sind Sprachkenntnisse. Ich konnte ausreichend Spanisch, um mich zumindest verständigen zu können.
• Man braucht vor Ort eine Vertrauenperson, sonst ist man verloren
• 90 Prozent der Auswanderer gehen zurück, weil sie es nicht schaffen. Man muss wissen, was man will und finanzielle Reserven haben. Viele Auswanderer aus dem Fernsehen sind Leute, die es daheim schon nicht geschafft haben.

Perger, die auf Gran Canaria Urlaub machen und Andreas Suppan kontaktieren möchten, finden ihn unter www.cyclo-canaria.com


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