11.07.2018, 18:30 Uhr

Bauern helfen sich bei Bränden gegenseitig seit 1848

Oskar Lumetsberger, Pabneukirchen, Obmann Brandhilfeverein.
PABNEUKIRCHEN. Unter der bäuerlichen Bevölkerung wurde die Nachbarschaftshilfe immer groß geschrieben. Besonders bei unverschuldeten Brandfällen wurde immer rasch geholfen. Lange wurde in Pabneukirchen überlegt, diese Hilfe zu organisieren. Im Juli 1848 wurde Pfarr-Assekuranzverein, heute Wechselseitiger Brandhilfeverein, gegründet. Obmann ist heute Oskar Lumetsberger. Seit der Gründung gibt es fünf Leistungsklassen. Im § 2 hieß es 1848: „ Im Brandfall müssen die übrigen Mitglieder mit Geld und Naturalleistungen wie Korn, Hafer, Heu, Stroh sowie Zugrobot, Handrobot und Schnittholz ihren Beitrag leisten.“ Diese Satzungen wurden 1949 durch neuie Vereins-Statuten geändert. „Heute sind keine Naturalleistungen mehr vorgesehen. Es bleiben Geldleistungen und Handrobot. Aber Handrobot wird auch immer weniger. Die Stärke des Vereins ist die schnelle Auszahlung eines Geldbetrages nach einem Brand“, informiert Oskar Lumetsberger. Heute hat der Verein immer noch 162 Mitglieder. Einen jährlichen Mitglieds-Beitrag gibt es nicht. Geholfen wird im Brandfall. Das sofort. In der Klasse 1 gibt es 23.000 Euro von den Vereinsmitgliedern. Bei Brandunglücken wird das Geld im Abbuchungsweg überwiesen. Bei selbstverschuldeten Bränden verliert der „Abbrandler“ natürlich den Anspruch auf Entschädigung. Bei geringeren oder entschuldbaren Versehen können der Vorstand und der Ausschuss die Zuerkennung der Leistung bei Stimmenmehrheit beschließen.
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