25.01.2012, 14:23 Uhr

„Bis Grein is eh leicht, aber dann ziagt sich der Weg“

Die drei Pilger bei der Klagemauer in Jerusalem: Otto Klär, Johannes Aschauer und David Zwilling (von links nach rechts). (Foto: Aschauer, Klär, Zwilling)
Gemeinsam mit seinem Kollegen Otto Klär aus Neustift im Mühlkreis und dem früheren Abfahrtsweltmeister David Zwilling machte sich Polizist Johannes Aschauer aus Arbing zu Fuß auf den Weg nach Jerusalem. Über die 4500 Kilometer lange Pilgerreise gibt es nun auch ein Buch und einen Film.

ARBING (ulo). Pilgererfahrung hatten die Polizisten Johannes Aschauer und Otto Klär schon: 2003 waren die beiden von Linz aus den Jakobsweg gegangen. Immerhin 3000 Kilometer. Nach einiger Zeit keimte dann die Idee zu einer neuen Reise. „Otto und ich waren ein paar Wochen vor dem Start in Kärnten bei dem ehemaligen Spitzensportler-Trainer Baldur Preiml, um uns Tipps für den 4500 Kilometer langen Fußweg nach Jerusalem zu holen. Dort trafen wir zufällig David Zwilling, der sich uns ganz spontan angeschlossen hat“, erinnert sich Johannes Aschauer.
Am 24. Juni 2010, dem Johannestag, marschierten die drei Pilger von Aschauers Heimatgemeinde Arbing aus los. „Pilgern bedeutet Beten mit den Füßen. Motivation für den Marsch nach Jerusalem war eine spirituelle Sehnsucht. Und jeder, der eine solche Reise macht, trägt zum Frieden bei. Denn man lernt fremde Länder kennen, führt verbindende Gespräche über die Kulturen und Religionen hinweg und so baut man einfach auch Vorurteile ab“, erklärt Aschauer.

Auf den Spuren von Paulus

Ein halbes Jahr lang war das Trio unterwegs. „Ganz am Anfang hat einer zu uns gemeint: ‚Bis Grein is eh leicht, aber dann ziagt sich der Weg.‘ Das haben wir uns auf den 4500 Kilometern oft vorgesagt“, schmunzelt der Polizist, der sich für die Reise ein Jahr vom Dienst freistellen ließ. Als Route gewählt wurde nicht der kürzeste Weg, sondern der historisch und kulturell interessante. „Wir gingen auf den Spuren von Paulus und des Dritten Kreuzzuges. Vom Jakobsweg her hatten wir schon den passenden Rhythmus gefunden. Sechs Tage gehen, so um die 30 Kilometer am Tag, und dann am Sonntag frei“, so Johannes Aschauer. Reservierte Unterkünfte gab es auf der Reise nicht.

Buch als Abschluss der Reise

„Das ewige Vorbereiten und Planen hat man ja eh daheim. Pilgern ist improvisieren, immer nur auf den jeweiligen Tag konzentrieren. Aber du weißt, es wird gut gehen. Und das war auch so. Zuerst hatten wir noch ein Zelt mit, das haben wir aber nicht gebraucht und von Mazedonien aus dann heimgeschickt. Geschlafen haben wir in Pfarrhöfen, Klöstern, Gasthäusern, Moscheen oder auch bei Privatleuten.“ Am 24. Dezember 2010 kamen Aschauer, Klär und Zwilling in Bethlehem an. Zwei Tage darauf erreichten sie ihr Ziel Jerusalem. „David ist dann gleich heimgeflogen, Otto und ich sind noch ein Monat geblieben“, so Aschauer. Das letzte Stück des Heimweges von Perg nach Arbing ging er dann noch zu Fuß. Doch damit war die Reise noch nicht zu Ende. „Ich habe sieben Monate lang an einem Buch darüber geschrieben. Das war oft anstrengender als das Gehen.“ Seit Anfang November ist „Auf dem Jerusalemweg“ am Markt und wurde auch bereits in Wien in Anwesenheit von Kardinal Christoph Schönborn und Soziologe Roland Girtler vorgestellt.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.