17.09.2014, 15:30 Uhr

Pferde soweit das Auge reicht: Ein Besuch am Reit-Campus in St. Georgen am Walde

Gaby Pilger: „Der tägliche Umgang mit den Pferden ist wichtig, damit die Tiere ein Vertrauen entwickeln können.“

Gaby Pilger kehrte Graz den Rücken. Heute ist sie in St. Georgen am Walde Herrin über rund 100 Pferde.

ST. GEORGEN AM WALDE. „Ich würde es wieder tun, wenn ich die Wahl hätte“, sagt Gaby Pilger. 1999 verließ die studierte Betriebswirtin Graz und baute sich in St. Georgen am Walde eine Pferde-Residenz auf. Mit rund 100 Pferden verschiedenster Rassen, umgeben von malerischen Hügeln, grünen Wiesen und Wäldern. „Das hier ist wirklich die heile Welt“, sagt sie. Dabei arbeitete sie nach ihrem Studium zunächst als Wirtschaftstreuhänderin.

Einschneidendes Erlebnis
Da sie aus einem wohlbehüteten Haus kommt, lernte sie die Welt kennen, reiste viel. Das braucht sie heute nicht mehr.

Ein einschneidendes Erlebnis war für ihren Entschluss mitverantwortlich. „Der Arzt sagte damals zu mir, ich kann keinem Ball mehr nachlaufen, weil mein Knie kaputt ist. Schon in jungen Jahren drohte mir ein künstliches Kniegelenk. Für jemanden, der sechs Mal in der Woche laufen geht, ist das ein Problem. Der Arzt sagte, ich könne nur noch Reiten oder Rückenschwimmen.“ So beschloss sie, in St. Georgen neu anzufangen.

Am Reit-Campus züchtet sie Gangpferde, „damit es für den Freizeitreiter Spaß macht“. Verschiedenste Rassen tummeln sich im malerischen Gelände. Im Herdeverband können sich die Pferde ideal entwickeln. Die Jungtiere lernen Rangordnung und fügen sich in das soziale System ein. Mit vier bis fünf Jahren werden sie in der Regel verkauft. Viele ihrer Pferde beherrschen den Tölt, eine vererbte Spezialgangart, die für den Reiter besonders angenehm ist. Vor allem Jugendliche zieht es zu Gaby Pilger. „Sie können den Stress zu Hause lassen, bleiben einige Tage hier. Gerade sozial schwächere Kinder sehen sich danach gleichwertiger, werden selbstbewusster. Wenn du mit Pferden arbeitest merkst du, dass du mit aggressiv-dominantem Verhalten nicht weit kommst.“ Die sozialen Kompetenzen werden so gestärkt.

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