26.10.2016, 00:00 Uhr

Trauer: Wie Menschen die schwere Zeit durchleben

In der Trauer braucht es Zeit für uns selber, das Leben muss neu geordnet und der Schmerz durchlebt werden. (Foto: Kzenon/Fotolia)
NAARN, MÜNZBACH. Menschen in belastenden Lebenssituationen begleiten – auch in Zeiten von Verlust, Abschied und Trauer. Das ist Aufgabe von Pauline Fröschl, Pastoralassistentin in Naarn sowie beim Projekt "Familienseelsorge im Dekanat Perg". Fröschl, die auch als Lebens- und Sozialberaterin in Münzbach tätig ist, weiß: "Trauerprozesse sind Zeiten, in denen wir etwas loslassen müssen. Sei es die eigenen Kinder, wenn sie ausziehen, den Partner, wenn eine Beziehung zerbricht, oder einen liebgewordenen Menschen durch den Tod."

Starke Emotionen

In Zeiten der Trauer erleben Menschen sehr starke Emotionen. "Man könnte es als Gefühlschaos bezeichnen. Es treten häufig Gefühle der Ohnmacht, der Traurigkeit, der Leere, sowie Angst- und Schuldgefühle, Zorn und Wut auf", weiß die Expertin. Weil Menschen unterschiedlich auf Verlust reagieren, gebe es kein richtiges oder falsches Trauern. Hilfreich sind aus Sicht von Fröschl vier Dinge: Ausreden, kreatives Ausdrücken, Glaube und Zeit sowie Raum. Ausreden: Manchen Trauernden tut es gut, wenn sie das Erlebte jemandem erzählen können. Kreatives Ausdrücken: "Man kann sich auch etwas von der Seele schreiben oder in kreativem Tun einen Ausdruck finden", so Fröschl. Glaube: Dieser kann eine starke positive Wirkung haben. Dazu gehören Verabschiedungs- und Begräbnisfeiern in der Kirche. Verschiedene Rituale, wie der Besuch der Grabstätte oder das Entzünden einer Kerze, können guttun. "Menschen haben zu allen Zeiten zu Gott geschrien und um Erhörung gebetet. Zu Gott können wir auch schreien: 'Warum!'", erklärt Fröschl. Der Glaube an die Auferstehung und ein Wiedersehen schenke Trost und Zuversicht.

Es braucht Raum & Zeit

Zeit und Raum: Obwohl jeder immer wieder Verlusterfahrungen und damit Schmerz und Trauer erleben muss, bekommen wir in unserer Gesellschaft nicht genügend Zeit, Raum und Verständnis für diese Lebensphasen. In der Trauer brauche es aber Zeit für uns selber, das Leben muss neu geordnet werden, die Gedanken und Gefühle sortiert und der Schmerz durchlebt werden. Hilfreich können einfühlsame Menschen sein, die da sind, die zuhören und achtsam wahrnehmen, was Trauernde bewegt. Dazu stehen Seelsorger, Lebensberater, Psychotherapeuten und mehr zur Verfügung.
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