21.11.2017, 14:02 Uhr

Wie die Goldhaube nach Pabneukirchen kam

Priesterweihe von Johann Baireder im Jahr 1950 – die Goldhaubenfrauen wirkten an dieser Feier mit. (Foto: Archiv Goldhaubengruppe Bezirk Perg)
PABNEUKIRCHEN (eg). 1858 wurde Anton Mühlbauer Pfarrer. Er wirkte mit großem pastoralem Eifer und erwarb sich in kürzester Zeit die Liebe aller Bürger. 1871 wurde er Dechant des Dekanates Pabneukirchen mit damals 22 Pfarren. Böse Zungen behaupten, er hätte wegen des Ansehens seiner Person und der Größe des Dekanats den bis dato äußerst niedrigen Kirchenturm um 17 Meter aufstocken lassen. Und bei der Turmkreuzsteckung, das drei Meter hohe vergoldete Turmkreuz funkelte derart, dass es die Pfarrgemeinde blendete, wandte er sich an die mit schwarzen Kopftüchern geschmückten anwesenden Frauen: „Heute hätten zu unserem Fest Goldhauben, wie sie die vornehmen Linzerinnen bei feierlichen Anlässen tragen, sehr gut gepasst.“ Gleich wollten sich ein paar Bürgersfrauen Goldhauben anfertigen. 18 Jahre später und nach dem unschönen Zwist zwischen Anton Mühlbauers Nachfolger und seinem Kaplan, die beiden wurden Prozesshanseln genannt, übernahm Vinzenz Koberger die pfarrliche Leitung und die menschliche und kulturelle Lebensfreude kehrte zurück. Erst da nahmen die Frauen den Vorschlag wieder auf. Alle Augen leuchteten, als am Fronleichnamstag 1900 die ersten sechs Bürgersfrauen mit den golden funkelnden Hauben mit dem Allerheiligsten um die Wette strahlten.
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