08.03.2017, 17:33 Uhr

Zoff um Burg-Ruine Klingenberg entbrannt - Vertrag mit Verein aufgekündigt

Ruine Klingenberg, Archiv BezirksRundschau (Foto: BezirksRundschau)
ST. THOMAS, PABNEUKIRCHEN. Aufgekündigt wurde am 18. November 2016 dem „Verein Ruine Klingenberg“ der Erhaltungs- und Betreuungsvertrag. Das betreffende Schriftstück liegt der BezirksRundschau Perg vor. Das Schreiben, verfasst am 18. November 2016 von einer Linzer Rechtsanwälte GmbH, ist an den Verein Ruine Klingenberg, zu Händen Vereinsobmann Josef Strasser, Pabneukirchen (Gemeindeamt) adressiert.
Gepachtet haben die Ruine Klingenberg Julia und Gerhard Lehner vom Domkapitel. Julia Lehner war gleichzeitig Obmann-Stellvertreter im Verein, legte diese Funktion aber nach eigenen Angaben zurück. "Mit dem Erhaltungs-Betreuungsvertrag vom 4. 5. 2013 wurde an den Verein Ruine Klingenberg die Verpflichtung zur Erhaltung und Sanierung der Ruine abgegeben", heißt es in dem Schreiben der Anwalts GmbH.

Und weiter: "Sie haben Ihre vertraglichen Verpflichtungen massiv verletzt und Missstände herbeigeführt und geduldet, die geradezu lebensgefährliche Gefahren mit sich bringen". Diese angeblichen Gefahrensituationen werden "ohne Anspruch auf Vollständigkeit" in dem Brief aufgezählt: "Keine Absperrung und Einzäunung des zu sichernden Bereichs, wodurch Besucher jederzeit ungehindert zur Ruine fahren können. Es wurde kein statisches Gutachten eingeholt. Das Baugerüst wird in unzulässiger Weise als Aussichtsturm benützt. Der Brunnen stand für einige Zeit monatelang offen und frei zugänglich und es bestand die massive Gefahr, dass Besucher hineinfallen usw."
Am Ende des Schreibens heißt es: "Aufgrund dieser Missstände, die mehrfach eingemahnt wurden, Sie aber zu keiner entsprechenden Veranlassung gebracht haben, wird hiermit das Vertragsverhältnis betreffend den Erhaltungs-Betreuungsvertrag vom 4. 5. 2013 vorzeitig mit sofortiger Wirkung aus wichtigen Gründen aufgekündigt. Die mit Ihren Vertragsverletzungen verbundenen Rechtsfolgen und Schadenersatzansprüche werden zu einem späteren Zeitpunkt ermittelt und geltend gemacht werden. Ich ersuche Sie, diese Rechtslage zu respektieren, jegliche Benutzung der Ruine Klingenberg zu unterlassen."

"Lächerliche Vorwürfe"

Die Vorwürfe kommentiert Josef Strasser, der sich tief beleidigt fühlt: "Das sind lächerliche, fadenscheinige Vorwürfe. Das ist einfach ein Schmarren. Es gibt keine Kündigungsgründe". Josef Strasser ist auch überzeugt, dass wegen Frau Lehner niemand mehr auf der Ruine Klingenberg mitarbeiten wolle. Am Freitag, 10. März findet in Pabneukirchen die Jahreshauptversammlung des Vereins Ruine Klingenberg statt.

Bilder: BezirksRundschau und zur Verfügung gestellt. Der Verein Klingenberg legt wert, dass alle Sicherungsmaßnahmen getätigt wurden.
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