12.07.2017, 18:40 Uhr

Baby muss auspendeln!

Monika Hirsch mit ihrem kleinen Michael.

Baby aus Waldhausen kann im Heimatort keine Einzel-Therapie machen. Ressourcen wären da.

WALDHAUSEN. „Nach dem ersten Schock über die Diagnose erhielten wir Adressen in Linz, wo wir Hilfe bekommen“, informiert Monika Hirsch aus Waldhausen. Auf ihre Frage, ob das Förderzentrum in Waldhausen helfen könnte, erklärte man in Linz, dass ihr kleiner Michael dringend Einzeltherapien braucht und in Waldhausen nur Gruppen-Förderungen angeboten werden dürfen.
Vor drei Monaten kam Michael Hirsch zur Welt. Gleich nach der Geburt war ein operativer Eingriff erforderlich, damit Michael Nahrung zu sich nehmen konnte. Zusätzlich zum Bangen, ob die Operation erfolgreich war, erfuhr die Familie, dass der Kleine eine Beeinträchtigung hat und lebenslang Förderung benötigen wird.
Monika Hirsch: „Beim Förderzentrum Waldhausen sind wir in zehn Minuten Spaziergang mit dem Kinderwagen. Ressourcen und qualifizierte Therapeuten wären dort vorhanden. Ich ersuche die Politik, die Umwidmung in ein Ambulatorium, in dem es Einzeltherapien gibt, zu befürworten und die noch erforderlichen Gelder zur Verfügung zu stellen.“
Viele Fahrten mit dem Baby nach Linz und Amstetten würde sich die Familie Hirsch ersparen. Die Familie ist kein Einzelfall. Derzeit wird dem kleinen Michael im Ambulatorium Amstetten geholfen. Das Ambulatorium Amstetten hat leider keinen Vertrag mit Oberösterreich und die Bürokratie nimmt seinen Lauf. „Für die Kostenübernahme war ein Antrag an die Landesregierung erforderlich. Dazu war ein Formblatt auf dem zuständigen Gemeindeamt auszufüllen und gemeinsam mit einem Notwendigkeitsbescheid des Ambulatoriums vorzulegen. Nach Bearbeitung durch die Behörde und anschließender Bewilligung konnten wir dann nach dem ärztlichen Erstgespräch mit Therapien beginnen.“
Die vielen Fahrten sind sowohl für Mutter als auch Kind anstrengend. Die Familie verbringt mehr Zeit auf der Straße als die Therapien dauern. „Zum Autofahren muss man fit und aufmerksam sein, was für eine stillende Mutter mit Schlafdefizit sehr anstrengend sein kann. Vor allem, wenn sich auch ein weinendes Kind im Auto befindet“, sagt Monika Hirsch. Schon einmal hatte sie großes Glück: Ein Sekundenschlaft bei einer Auto-Fahrt.

In Waldhausen könnte die Mutter ihren Michael mit dem Kinderwagen zur Therapie bringen. Die Ressourcen wären vorhanden. Ein Ambulatorium noch nicht.
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