02.10.2017, 10:36 Uhr

Enttäuschende Rallye für Julian Wagner in Liezen

(Foto: Daniel Fessl)
MAUTHAUSEN. Nach fast zwei monatiger Wettkampfpause läutete die Skoda Rallye Liezen vergangenes Wochenende die Schlussphase im Kampf um die Titel der österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft ein. Nach zuletzt zwei Siegen in der Wertung für zweirad-angetriebene Fahrzeuge, sowie zwei erfolgreichen internationalen Starts als Überbrückung der Sommerpause, zeigte sich Junioren Staatsmeister Julian Wagner vor der Rallye ambitioniert und hoch motiviert: „Nachdem wir die 2-WD Wertung bei der Schneebergland Rallye und der Rallye Weiz gewinnen konnten, haben wir für Liezen natürlich nur ein Ziel. Wir fahren erneut auf Sieg und wollen unsere Chancen auf den 2-WD Titel weiter verbessern“, so Wagner vor der Veranstaltung.

Führender muss absagen

Wie hart dieses Jahr an der Spitze der „kleinen“ Staatsmeisterschaft gekämpft wird, zeigte sich bereits am Donnerstagabend im Shakedown, als der aktuell Führende Daniel Wollinger von der Strecke abkam und seinen Renault Clio R3T so stark beschädigte, dass er seinen Start zum sechsten Wertungslauf absagen musste. „Um ehrlich zu sein, fanden wir es sehr schade, dass Daniel seinen Start absagen musste. Natürlich kommt uns ein ‚Nuller‘ auf seinem Konto in der Gesamtwertung entgegen, aber ich will auf der Strecke und nicht durch Ausfälle unserer Gegner gewinnen“, gibt sich Wagner sportlich.

Knapp hinter Platz eins

Nach dem ersten Wertungstag und fünf gefahrenen Sonderprüfungen belegte der Mauthausenr mit seiner deutschen Beifahrerin Anne Katharina Stein den zweiten Rang der 2-WD Wertung und führte seine Klasse souverän an. Nur 5,7 Sekunden trennten das junge Team und ihren Opel Adam R2, trotz einer zehn-sekündigen Strafe für einen Fehler beim Durchfahren des Kreisverkehrs auf der Zuschauerprüfung, vom bis dahin schnellsten 2-WD Fahrzeug.

Konter nach Rückstand

Auf der Auftakt-Sonderprüfung der zweiten Etappe, der mit 19 Kilometern längsten, musste Wagner dann zunächst etwas abreißen lassen und büßte wertvolle 13,5 Sekunden auf die Bestzeit ein. „Leider dauerte es auf der SP zu lange, bis die Hinterreifen auf Temperatur waren. Entsprechend fehlte mir auf den ersten Kilometern das Vertrauen und ich konnte nicht voll attackieren.“, erklärt Wagner. Bereits im darauf folgenden Rundkurs Weißenbach, der zu mehr als einem Drittel auf Schotter gefahren wird, konnte Wagner kontern und markierte eine deutliche 2-WD Bestzeit.


Keinen größeren Schaden riskieren

Auf der Wiederholung des Rundkurses Weißenbach nahm das Drama seinen Lauf, als Wagners Opel Adam nach einem engen Rechtsabzweig keinen Vortrieb mehr hatte.
„Zunächst dachten wir beide, die Halbwelle sei gebrochen“, berichtet Beifahrerin Anne Katharina Stein. „Nach dem Julian den Adam in die Wiese gelenkt hatte mussten wir erstaunt feststellen, dass die Wellen auf beiden Seiten noch ihren Dienst verrichteten. Julian versuchte erneut anzufahren und plötzlich ging das Auto wieder voran“, so Stein weiter. „Wir fuhren zunächst weiter, realisierten aber schnell, dass uns nur noch der erste Gang zur Verfügung stand.“, ergänzt Wagner. Das Duo beendete die Sonderprüfung mit großem Zeitverlust und versuchte auf der anschließenden Verbindungsetappe alles, um die Fahrt noch fortsetzen und sich in den Service retten zu können. „Sicher war an ein gutes Ergebnis eh nicht mehr zu denken, aber für mich zählt jeder gefahrene Kilometer und so haben wir zunächst versucht, uns über die kurze noch zu fahrende SP in den Service zu retten. Als dann jedoch die Motoröltemperatur bedrohlich stieg entschieden wir, nach Rücksprache mit unserem Team, den Adam abzustellen um keinen größeren Schaden zu riskieren“, so Julian Wagner.

Voller Angriff bei Saisonfinale

Auch wenn Julian Wagner in der 2-WD Fahrerwertung zunächst auf Platz drei zurückfällt, will sich der 22-Jährige im Titelkampf noch nicht geschlagen geben. Sein Talent auf losem Untergrund konnte Wagner nicht nur mit seinem sensationellen vierten Gesamtrang bei der diesjährigen Schneebergland Rallye, sondern auch schon im vergangenen Jahr, bei der Waldviertel Rallye, unter Beweis stellen. Bei der letztjährigen Edition des Staatmeisterschaftsfinales lag Wagner in seinem Opel Adam R2 bis zur letzten SP überlegen an Spitze der 2-WD Wertung, als ihn ein Reifenschafen auf Platz 2 zurückwarf.
Entsprechend motiviert kündigt Julian Wagner ein spannendes Saisonfinale an: „Mein Team, meine Unterstützer und Sponsoren haben mir in diesem Jahr bereits eine geniale Saison mit vielen Höhepunkten und einem tollen Erfahrungsgewinn ermöglicht. Dafür möchte ich mich im Waldviertel natürlich am liebsten mit dem 2-WD Titel bedanken und werde entsprechend alles geben.“
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