27.09.2016, 19:00 Uhr

Strugl: "Familienbetriebe wie Merckens sind Rückgrat der Wirtschaft"

Wirtschafts-Landesrat Michael Strugl, Unternehmer Christoph Merckens und Josef Kinast, Sparte Industrie (von rechts).

Bei seiner Bezirkstour durch Perg traf Landesrat Michael Strugl in der Vorwoche Unternehmer zum Gespräch.

SCHWERTBERG (eg). Wenn die Politik und die Industrie aufeinandertreffen, gibt es auf jeden Fall jede Menge Gesprächsstoff. So auch beim Treffen von Wirtschaftslandesrat Michael Strugl und Josef Kinast, Obmann-Stellvertreter der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer, bei einem Besuch der Karton- und Pappenfabrik Merckens in Schwertberg.

Bürokratie als Problem

In einer bemerkenswerten und vor allem sehr anschaulichen Präsentation zeigte Firmenchef Christoph Merckens, wo die Industrie der Schuh drückt. Sachlich, ohne zu jammern, brachte Merckens das Problem der fehlenden Facharbeiter, der zu wenigen Lehrlinge sowie der immer mehr werdenden Auflagen und Bürokratie zur Sprache. „Meine Techniker müssen heute viel zu viel Zeit mit bürokratischen Hürden verbringen, als sich auf ihre wirkliche Aufgabe, nämlich die Produktentwicklung, konzentrieren zu können“, erklärt der Firmenchef.

Flüchtlinge als Arbeitskräfte

Bei einem Betriebsrundgang wies er nicht nur auf die nachhaltige Verwertung von Altpapier und Karton hin, sondern auch auf seine Art der gelebten Integration von Flüchtlingen, die er in einer eigenen Abteilung beschäftig. Bei Merckens verwendet man viel Zeit, um die Flüchtlinge anzulernen und vor allem um ihnen, in eigenen Deutschkursen, auch die Sprache beizubringen.
„Familienbetriebe wie Merckens, der bereits in fünfter Generation so tadellos geführt wird, sind das Rückgrat der oberösterreichischen Wirtschaft“, lobte Michael Strugl das Unternehmen, das zu 90 Prozent seine vielfältigen und innovativen Produkte exportiert. Strugl verspricht für die Zukunft die nötigen Rahmenbedingungen, sei es mit dem 20 Punkte Plan für die digitale Zukunft oder der Deregulierung und Entbürokratisierung von gewerblichen Betriebsanlagen, zu schaffen. Auch Josef Kinast beklagte den Mangel an technisch ausgebildeten Fachkräften und meinte, dass sich die Berufsbilder an die neue, digitale Arbeitswelt anpassen müssten. Ein durchaus sehr fruchtbares Zusammentreffen zwischen Industrie und Politik in einer sehr entspannten Atmosphäre.

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