Kinder im Straßenverkehr
Abbiegeassistent soll für mehr Sicherheit sorgen

REGION. Ein Neunjähriger ist auf dem Weg zur Schule. Ein Lkw-Fahrer liefert seine Ladung aus. Er biegt in eine Straße ein, die der Bub im selben Moment auf dem Zebrastreifen quert. Doch der tote Winkel macht ihn für den Lkw-Fahrer unsichtbar. Und kostet ihn sein Leben. Diese Szene hat sich in Wien abgespielt. Seitdem fordern unter anderem Eltern, Politiker und die Volksanwaltschaft den verpflichtenden Einbau von Abbiegeassistenten. 1.200 Euro, die Leben retten können.
"Bei uns sind Lkw ein eher geringes Problem, mehr die Busse. Aber alles, was auf Gefahren aufmerksam macht, ist sinnvoll", sagt Karin Hinteregger vom Elternverein der Grillparzer Volksschule in St. Pölten. Die Stadt St. Pölten verwaltet einen riesigen Fuhrpark. "Die Firma MAN wird uns in den nächsten Wochen eine Auskunft über technische Lösungsmöglichkeiten und deren Kosten mitteilen", heißt es aus dem Rathaus.

Ländlicher Raum
"Ich denke, dass es generell ein Problem ist. Da Lkw-Fahrer im toten Winkel nichts sehen, müssen sie beim Abbiegen umso besser aufpassen. Ein Abbiegeassistent ist sicher hilfreich. Es wäre gut, alle neu zugelassen Lkw damit auszustatten", meint Christian Kerndler, Obmann des Elternvereins Wölbling. "Jede Maßnahme, die Gefahren ausschließen kann, ist sinnvoll. Voriges Jahr wurden alle neuen Fahrzeuge mit Abstandstempomat und Notbremsassistent angeschafft. Ein Abbiegeassistent wurde von den Herstellern nicht angeboten. Bei einer verpflichtenden Nachrüstung würden uns rund 45.000 Euro Kosten entstehen", so Josef Teufel, Geschäftsführer der Firma "KWT-Logistik" in Prinzersdorf.
„Die Fahrzeuge in Eichgraben sind relativ kompakt. Bei diesen Unimog-Fahrzeugen hat man eine gute Rundum-Sicht, wir werden uns dennoch mit dem Thema beschäftigen und uns informieren, ob es für diese Fahrzeuge einen Abbiegeassistenten gibt“, erklärt Martin Michalitsch, Bgm. von Eichgraben. Die Nachrüstung der Lkw mit einem Abbiegeassistenzsystem wird derzeit auch in der Stadtgemeinde Neulengbach besprochen. "Es sollte alles Mögliche getan werden, um die Sicherheit beim Abbiegen von Lkw zu erhöhen", so Kirchbergs Elternvereinsobmann Emanuel Fahrngruber.
Die Lkw der Firma Trepka in Ober-Grafendorf sind mit sechs Spiegeln und Rückfahrkameras ausgestattet. An den Seiten und vorne sind Weitwinkelspiegel angebracht. So wird den Fahrern eine bestmögliche Sicht geboten. "Unsere Lkw sind mit erfahrenen, gut ausgebildeten Fahrern besetzt. Sie absolvieren jährlich verpflichtende Sicherheitsschulungen", erklärt Fuhrparkleiter Georg Spanseiler. "Der Einbau des Abbiegeassistenten in Neufahrzeuge ist ab 2024 EU-weit verpflichtend. Die freiwillige Nachrüstung würde rund 3.000 Euro pro Lkw kosten", ergänzt er. "Wir sehen im Bezirk keinen Handlungsbedarf", hält Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler fest.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen