Schlepper - Verdacht in Völlerndorf und Melk
Angeklagter bestreitet Führungsrolle bei Fahrt mit Flüchtlingen

Verdacht auf Schlepperei bei Völlerndorf
3Bilder

Als führendes Mitglied einer Schlepperorganisation bezeichnet der St. Pöltner Staatsanwalt Thomas Korntheuer einen 32-Jährigen mit serbischer und kroatischer Staatsbürgerschaft. Dieser bestritt im Prozess am Landesgericht vehement, mehrere Fahrten mit Flüchtlingen von Ungarn nach Österreich bzw. Deutschland organisiert zu haben. Zur Einvernahme weiterer Zeugen musste der Prozess vertagt werden.

PIELACHTAL/MELK. Schwer belastet wird der in Ungarn einschlägig Vorbestrafte 32-jährige von zwei Serben, die bei ihren illegalen Fahrten am 12. Mai 2015 in der Nähe von Hürm bzw. Völlerndorf festgenommen werden konnten.

Organisation steht hinter der Schlepperei

Im Wesentlichen bekannten sich die beiden Serben beim Prozess im September 2015 schuldig und gaben dabei auch an, dass eine Organisation hinter der Schlepperei stehen müsse, von der man teilweise zu den Aufträgen auch Handys und Autos, sowie Geld für Treibstoff zur Verfügung gestellt bekäme.
Für seine Fahrt mit drei Personen habe er am 18. April 300 Euro bekommen, gestand der 25-jährige Schlepper. Für die Fahrt am 12. Mai mit vier Syrern habe er sich zwischen 400 und 600 Euro erwartet, konkretisierte er. Sein älterer Landsmann habe für seine Schlepperfahrten, eine mit mindestens drei Personen in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai, die zweite eine Woche später, kein Geld gesehen. Man habe ihm erst nach drei Fahrten 100 bis 300 Euro zugesichert. Gleichzeitig gaben die Flüchtlinge an, zwischen 3.000 und 5.000 Euro hingeblättert zu haben. Korntheuer beantragte daher im Falle einer Verurteilung des 32-Jährigen einen entsprechenden Wertersatzverfall, den dieser an den Staat abzuführen habe.

Prozessverzögerung

Zum Prozess gegen den angeblichen Organisator erschienen die beiden, selbst zu 17 und 19 Monaten Haft verurteilten Belastungszeugen trotz Rechtshilfeansuchen des Richters bei den serbischen Behörden vorerst nicht. Das könne bei Serbien lange dauern, warnte der Richter und stellte damit eine Prozessverzögerung bis zu einem Jahr in den Raum, die der Beschuldigte in Untersuchungshaft abzuwarten habe. Trotz der Ratschläge von Verfahrenshelfer Philipp Zeidlinger blieb der Angeklagte bei „nicht schuldig“. Anhand seiner zahlreichen Stempel in seinem Pass versuchte er zu beweisen, dass er im fraglichen Zeitraum – 18. April bis 12. Mai 2015 – in Serbien und Bosnien gewesen ist; für den Richter unerheblich, da er auch von dort aus organisieren hätte können.

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Weitere Beiträge aus dem Bundesland

Gustav Gustenau bei den letzten Vorbereitungen für Olympia.
Video 4

Olympia Niederösterreich
Olympia-Studio am 31.07.2021 (+Video!)

Warum heute unsere stellvertretende Chefredakteurin Karin Zeiler die Moderation übernimmt, wo Werner Schrittwieser ist, wie man einen Eiskaffee auf Japanisch bestellt und wie es unserem NÖ Marathon-Läufer Lemawork Ketema geht – all' das erfährst du in der heutigen Ausgabe unseres Olympia-Studios! Hier gibt's die ganze Show Mehr zu Olympia 2020 findest du unter meinbezirk.at/olympia-niederösterreich.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen