Das Pielachtal ringt um Fachkräfte

Poly-Direktor Alfred Bruckner: "Es ist ein Irrtum, wenn man glaubt, dass man nur mit einer höheren Schule etwas werden kann."
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  • Poly-Direktor Alfred Bruckner: "Es ist ein Irrtum, wenn man glaubt, dass man nur mit einer höheren Schule etwas werden kann."
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OBER-GRAFENDORF (ag). Wohin soll es mich nach der 9. Schulstufe führen und welche Ausbildungsform ist die richtige für mich? Diese und viele weitere Fragen stellen sich jährlich rund 90.000 Pflichtschüler in Österreich. Lehre oder weiterführende Schule? "Dazu gibt es keine generelle Lösung", ist sich Polydirektor Alfred Bruckner sicher, "aber es ist wichtig, dass sich Eltern und Kinder darüber bestmöglich informieren, bzw. die Eignungen und Neigungen der Jugendlichen erkennen. Man sollte auf keinen Fall nur aus Prestigegründen eine höhere Schule besuchen." Die Tendenz eine weiterführende Schule zu besuchen, ist nach wie vor höher, als eine Lehre zu beginnen.

Falsches Bild

Dass es auch heutzutage noch Aussagen wie "Du lernst doch so gut, dann geh in eine Schule weiter", oder "Wennst dir beim Lernen so schwer tust, dann mach doch lieber eine Lehre", gibt, bestätigt Bruckner. Das seit laut dem Pädagogen aber die falsche Zugangsweise und auch ein falsch verankertes Bild in der Gesellschaft.
Durch die Möglichkeit, eine Lehre mit Matura zu verknüpfen, entfällt der "rein berufliche" Weg der Jugendlichen. "Die Praxis zeigt, dass das die Zukunft ist." Denn ein Fachkräftemangel ist laut Bruckner Realität und vor allem bei uns spürbar. "Firmen und die Wirtschaft brauchen gute Fachkräfte, das ist ein Faktum." Der Pädagoge sieht in der Verakademisierung der Gesellschaft das Problem. "Die Fachhochschulen und Unis bilden mit manchen Studienrichtungen Leute aus, die oftmals keinen Job finden werden." Das sei laut Bruckner nicht zielführend.

'Bin von der Lehre überzeugt'

In seinen Polytechnischen Schulen forciert man ein anderes Ziel. Die Jugendlichen sollen auf ihre künftigen Berufe vorbereitet werden. Sei es in den verschiedenen Fachbereichen, bei den berufspraktischen Tagen wo ein oder mehrere Berufe erprobt werden können, oder bei Exkursionen zu Partnerinstitutionen, wo man beispielsweise die Möglichkeit für Eignungstests bekommt.
Der Großteil der Schüler der Polytechnischen Schulen im Pielachtal sind sich ihrer Berufswahl aber bereits sicher, wenn sie in die Schule kommen. Das rührt sicher auch daher, dass bereits in der NMS die Berufsorientierung groß geschrieben wird und in der 4. NMS sogar in Betrieben geschnuppert werden kann. "Es ist schön, wenn man Betriebe besucht und dort dann ehemalige Schüler trifft und es ihnen gut geht." Das Pielachtal bietet Lehrstellensuchenden gute Möglichkeiten.
"Wir haben hier gute Klein- und Mittelbetriebe aber auch der größte Arbeitsgeber des Tals, die Firma Teich, bildet verschiedene Lehrberufe aus. Das Problem wird sein, dass es mehr Nachfrage nach guten Lehrlingen, als Lehrlinge selbst gibt", ist Bruckner überzeugt. Trotzdem ist er vom Modell der Lehre überzeugt: "Ein Ober-Grafendorfer Unternehmer sagte bei einer Veranstaltung einmal: 'Wir suchen keine Lehrlinge, sondern künftige Meister'", erinnert sich Bruckner. 

Lehrbetriebesuche:

Constantia Teich ist der größte Arbeitgeber in der Region und an qualifizierten Mitarbeitern interessiert. Lehrlinge in den Berufen Elektrotechnik/Anlagen- und Betriebstechnik/Automatisierungs- und Prozessleittechnik, Industriekauffrau/-mann, IT-Technik/Technik, Labortechnik Hauptmodul Chemie, Metalltechnik/Maschinenbautechnik werden ausgebildet. Aber auch Mittel- und Kleinbetriebe im Tal bilden qualifizierte Fachkräfte aus.
Seitens der Unternehmen sind vor allem Lehrstellen im Gastronomiebereich zu vergeben. In den Bereichen Konditorei und Floristik ist es momentan schwerer eine Lehrstelle zu finden. Infos z.B.: unter lehrlingsportal.at oder ams.at

Poly-Direktor Alfred Bruckner: "Es ist ein Irrtum, wenn man glaubt, dass man nur mit einer höheren Schule etwas werden kann."
Poly-Schüler beim Schnuppern in der Raika Kirchberg.
Autor:

Alisa Gerstl aus Pielachtal

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