Exoten gefährden Ökosystem im Pielachtal

Der Staudenknöterich kann bis zu drei Meter hoch werden. An der Pielach ist er neben dem Drüsigen Springkraut der häufigste Neophyt.
  • Der Staudenknöterich kann bis zu drei Meter hoch werden. An der Pielach ist er neben dem Drüsigen Springkraut der häufigste Neophyt.
  • Foto: BMLFUW, Wien 2016
  • hochgeladen von Alisa Gerstl

PIELACHTAL (ag). Japanischer Staudenknöterich, indisches Springkraut oder amerikanische Goldrute. Viele eingeschleppte Pflanzenarten vermehren sich explosionsartig und verdrängen heimische Arten. Die Bezirksblätter haben sich im Pielachtal umgesehen, wo die Aliens schon gelandet sind und was dagegen unternommen wird.

Nicht betreten!

Vor allem im Naturschutzgebiet Pielach-Mühlau ist die Situation prekär. Die Mäanderstrecke der Pielach liegt zwischen Prinzersdorf und Wimpassing. "Die Auwälder sind zum Teil in naturnahem Zustand, allerdings in größeren Anteilen stark forstwirtschaftlich genutzt bzw. von Neophyten dominiert und dementsprechend in schlechterem Zustand", so der Naturschutz Niederösterreich auf Anfrage.

Leader: Natürliches Erbe

Die Erhaltung des natürlichen Erbes ist als gemeinsames regionales Ziel fest in der Entwicklungsstrategie der LEADER-Region Mostviertel-Mitte verankert. Abgesehen von gesundheitsgefährdenden Arten wie Ambrosie oder Riesen-Bärenklau stellen vor allem stark invasive Arten wie das indische Springkraut eine Gefahr dar. "Auch im Pielachtal verbreitet sich diese rosa blühende Pflanze vor allem an Flussläufen sehr rasch, verdrängt über große Flächen die heimische Vegetation und trägt damit zur Instabilität von Böschungen bei", erklärt Leader-Geschäftsführerin Petra Scholze-Simmel.

Handel und Reisen

Auch Bezirksförster Josef Kimmeswenger nennt die häufigsten "Eindringlinge": Drüsiges Springkraut, Knöterich, Ragweed und Riesen-Bärenklau. Bei den Bäumen sind es der Götterbaum und die Robinie. Leader-Obmann Anton Gonaus nennt mögliche Gründe für die Ausbreitung von Neophyten und Neozoen (siehe Zur Sache). "Der internationale Handel und die Mobilität bringen es mit sich, dass immer mehr standortfremde Pflanzen und Tiere und damit verbunden Krankheiten eingeschleppt werden. Dazu zählen die Varoamilbe, die Marienkäfer-ähnlichen Käfer, Nacktschnecken, der Riesen-Bärenklau und das indische Springkraut", so Gonaus.

Maßnahmen im Tal

Für seine Gemeinde hat Kirchbergs Ortschef schon Maßnahmen gegen das Springkraut: "Wir bemühen uns durch abmähen und ausreißen, noch vor dem Samenreifen, die Population einzudämmen. In den letzten Jahren waren wir damit durchaus erfolgreich." Bezirksförster Kimmeswenger blickt schwärzer in die Zukunft: Das Springkraut bedrohe Fichte, Tanne und Lärche. "Die haben unter dem Kraut keine Chance mehr. Man bringt die Pflanzen nicht mehr weg. Es ist eine ausweglose Situation."

Zur Sache:

Neobiota sind Organismen, die in einem bestimmten Gebiet nicht heimisch sind und die nach 1492 in eine Region gelangt sind und sich dort ansiedelten.
Neophyten sind nicht-heimische Pflanzen (im Tal vor allem das Drüsige Springkraut, Ragweed, Riesenbärenklau, Robinie).
Neozoen sind "fremde" Tierarten wie Waschbär, Fasan, Bisam und Kartoffelkäfer.

Tipps für Sie!

Beachten Sie folgende Punkte und tragen damit einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von biologischen Invasionen bei:
1.) Kein Aussetzen von Pflanzen oder Tieren in der freien Natur!
2.) Setzen Sie heimische Arten in ihrem Garten an!
3.) Bringen Sie keine Pflanzen, Samen oder Tiere von Reisen mit!

Autor:

Alisa Gerstl aus Pielachtal

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