Gemeinden retten die Bienen
Jeder kann Bienen und Insekten retten

Gemeinden und Privatpersonen können unsere Ortschaften in blühende Insekten-Paradiese verwandeln.

PIELACHTAL (th). Die Zahl der Schmetterlinge ist in Österreich auf ein Hundertstel geschrumpft. 41 Prozent der Insekten sind gefährdet und Imker beklagen jedes Jahr das Sterben ihrer Völker. In der Landwirtschaft hat schon lange ein Umdenken begonnen, nun startet Landesvize Pernkopf mit der Landwirtschaftskammer eine große Hilfsaktion für die Sechsbeiner (siehe Interview). In Gemeinden sollen etwa Grünstreifen in blühende Paradiese für Bienen, Falter und Käfer umgewandelt werden. Die Bezirksblätter haben sich in der Region auf die Suche nach Grünflächen mit Potenzial gemacht und mit Bürgermeistern gesprochen, ob sie bei der Rettung der Bienen dabei sind.

Blühendes Pielachtal

Die Gemeinde Markersdorf hat im Herbst letzten Jahres mit den Volksschulkindern beim neuen Feuerwehrhaus eine Schmetterlingshecke gesetzt. "Weiters wurden Bäume - alte Obstbaumsorten - dort gepflanzt, damit ein 'Obstgarten' entsteht", so Bürgermeister Fritz Ofenauer. Die Böschungen beim neuen Feuerwehrhaus und auch die Flächen unter den Bäumen sollen mit einer Blumen-Grasmischung angesät werden. "Damit dort auch etwas Blühendes wachsen kann", so Ofenauer.
Auch in Hafnerbach gibt es seit zwei Jahren eine Blumenwiese. "Eigens wegen der Bienen", informiert Bürgermeister Stefan Gratzl. Der neue Bereich des Friedhofs soll absichtlich nicht gemäht werden.
Die Gemeinde Ober-Grafendorf mietet seit 2018 Bienstöcke beim Lagerhaus Neulengbach an. Diese sind auf der Bienen- und Streuobstwiese beim Sportplatz zu finden. Die zweite Bienenwiese befindet sich beim Luegerpark. Mit speziellen Tafeln wird auf das Blütenmeer hingewiesen. "Mittlerweile haben die Leute verstanden, warum wir manche Grünstreifen nicht mähen", so Bürgermeister Rainer Handlfinger. Weiter betont er, dass er froh ist, dass sich die Imker sehr bemühen und diese vor den Vorhang geholt werden. Auch privat mietet Handlfinger heuer einen Bienenstock zusammen mit seinen Nachbarn an: "Wir schauen, dass wir den Bienen helfen." Ober-Grafendorf und Weinburg sind auch pestizdfrei. "Wir sind eine 'Natur im Garten' Gemeinde. Bei uns bleiben Bienenwiesen stehen", so Weinburgs Vizebürgermeister Michael Strasser. Regine Schachner aus Ober-Grafendorf erzählt: "Unser Vorgarten ist ein Bienenparadies. Dicht mit Lavendel bepflanzt. Im Sommer summt es ohne Ende."

Blühstreifen

Kirchbergs Bürgermeister Anton Gonaus hat auf seinem Biohof in Losbach zehn Bienenstöcke. "Blühstreifen werden im Ackergebiet als Ergänzung zu den Ackerfrüchten als zusätzliche Bienenweide angelegt", informiert er. Wichtig sei auch, dass nicht alles zur gleichen Zeit gemäht wird. "Wir haben am Hof, so wie viele andere Bauern auch, sogenannte WF-Flächen. Diese werden von der Naturschutzabteilung des Landes betreut", so Gonaus. Diese werden wesentlich später gemäht. Meist erst Mitte Juni und bieten ideale Bedingungen für die Bienen und die gesamte Fauna.

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