Schützenswertes Mostviertel

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REGION (ag). Vor 30 Jahren hat sich der Eschenauer Thomas Hochebner bereits dem Naturschutz verschrieben. Er ist unter anderem Vorstand der Naturschutzorganisation LANIUS.

Seit wann engagieren Sie sich freiwillig?
"Bereits in meiner Schulzeit habe ich mich für die Natur begeistert, seit etwa 30 Jahren bin ich ehrenamtlich für den Naturschutz tätig."

Wie sind Sie dazu gekommen?

"Vor knapp 30 Jahren wurde von einem Kreis naturkundlich interessierter Menschen aus dem Mostviertel die Forschungsgemeinschaft LANIUS (Forschungsgemeinschaft für regionale Faunistik und angewandten Naturschutz) gegründet und seit dieser Zeit gehöre ich dem Vorstand des Vereines an."

Was genau machen Sie?
"Der Verein beschäftigt sich anfangs intensiv mit der Faunistik, das heißt, mit dem Vorkommen und der natürlichen Verbreitung von Tierarten, und hat mehr und mehr sein Aufgabengebiet hin zum aktiven Naturschutz erweitert. Wir setzen uns für den Erhalt wertvoller Lebensräume im Mostviertel, der Wachau und dem NÖ. Zentralraum ein und führen dazu verschiedene Projekte durch. Weiters gibt es regelmäßige Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen und anderen Naturschutzvereinen.
Durch den Verein werden besonders wertvolle Gebiete erworben und mit freiwilligen Pflegeeinsätzen erhalten. Darüber hinaus bietet der Verein, der derzeit fast 250 Mitglieder hat, Vorträge und Exkursionen an, die von Interessierten kostenlos besucht werden können (Info unter www.lanius.at).
Darüber hinaus engagiere ich mich nach wie vor für die vogelkundliche Erforschung des Gebietes, arbeite ehrenamtlich an Projekten wie der Brutvogelkartierung von BirdLife mit und bin auch für das Mostviertel zuständiger Regionalkoordinator für die Meldeplattform www.ornitho.at, bei der im Internet Vogelbeobachtungen gemeldet werden können.
Unter anderem arbeite ich auch an einem Vogelberingungsprojekt in der Steiermark ehrenamtlich mit."

Worin sehen Sie ihre Aufgaben?
"Es ist ein alter Grundsatz im Naturschutz, dass man nicht schützen kann, was man nicht kennt, und so ist es für mich immer schon ein großes Anliegen, Menschen für die Natur und den Erhalt der Artenvielfalt zu begeistern. Ich versuche das durch Exkursionen, die ich immer wieder anbiete, und Vorträge, die ich halte. An der Gestaltung des Mostobstwanderweges in Eschenau und am Voralpen-Vogelweg in Traisen habe ich mitgearbeitet. Am Traisner Vogelweg biete ich beispielweise am 28.4. und am 19.5. jeweils um 8 Uhr eine Vogelstimmenwanderung an, an der Interessierte gerne kostenlos teilnehmen können."

Worin liegen die Herausforderungen?
"Wenn man sich für den Naturschutz einsetzt, merkt man schnell, dass im Allgemeinen der Erhalt seltener Lebensräume, Pflanzen und Tiere immer noch nicht den Stellenwert hat, den er verdient. Unsere Umwelt erleidet hier andauernd einen Verlust an Vielfalt und Arten, den viele Menschen gar nicht wahrnehmen. Das liegt einerseits immer noch an Gedankenlosigkeit, andererseits aber natürlich auch an Nutzungskonflikten, die es immer wieder gibt. Als Beispiel sei hier der ehemalige Truppenübungsplatz in Völtendorf bei St. Pölten angeführt, der hunderte Tümpel aufweist und ein sehr hochwertiges Biotop im Nahbereich der Landeshauptstadt darstellt, derzeit aber durch den Bau einer Schnellstraße mit Zubringern massiv gefährdet ist. Hier setzt sich die FG LANIUS als anerkannte Umwelt-NGO vehement für den Erhalt des Gebietes ein."

Was gefällt Ihnen daran?

"Artenvielfalt/Biodiversität ist Lebensqualität - und das nicht nur für Naturliebhaber, sondern auch für den Menschen an sich, der ja letztlich auch Teil seiner natürlichen Umgebung ist. Artenvielfalt bringt die Stabilität des ökologischen Systems mit sich, von dem sich der Mensch - wenn er auch mit seiner Technikgläubigkeit dazu versucht ist - nicht abkoppeln kann. Da geht es nicht nur um Naherholungsräume, da geht es vielmehr um die Qualität der Böden, Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Produktion, Erhalt der Funktionsfähigkeit des Waldes und Anpassungsfähigkeit an gravierende Veränderungen wie beispielweise den Klimawandel."

Was motiviert Sie?

"Ein Aufenthalt in der Natur, bei dem man interessante Beobachtungen machen kann, Beobachtungsgänge im Bergmischwald, ein Blick auf eine abwechslungsreiche Landschaft, in der auch Naturelemente wie Böschungen, Hecken, Tümpel, Brachen, Totholz und vieles mehr noch Platz hat, das motiviert mich."

Was bedeutet ihrer Meinung nach das Ehrenamt in unserer Region?
"Das Ehrenamt hat in unserer Region eine große Tradition. Man denke nur an die vielen Vereine, die insbesondere in ländlichen Gebieten das Gesellschaftsleben aufrecht erhalten. Das betrifft auch ganz grundlegende Aufgaben wie die der Feuerwehren und Rettungsorganisationen. Ich wohne selbst in einer Gemeinde, die wieder das Prädikat "Vereinsfreundliche Gemeinde" verliehen bekommen hat. Es gibt aber auch Vereine, wie die Forschungsgemeinschaft LANIUS, die sich für den Erhalt einer artenreichen und lebenswerten Umwelt einsetzen. Es freut mich, dass auch diese Bemühungen gewürdigt werden."

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